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Thomas Durgeloh Oliva

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Thomas Durgeloh Oliva
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Sonntag, 04.08.2019

Weltordnung

Es gibt Autoren, denen man als Leser gerne aus vollem Herzen zustimmt, weil man ihre Persönlichkeit so schätzt. Und dann gibt es Autoren, denen man eher zähneknirschend Recht gibt, da man ihnen diesen Triumph eigentlich nicht gönnen mag. Zu dieser Gattung gehört für viele Menschen Henry Kissinger, Harvard-Professor, außenpolitischer Vordenker zahlreicher US-Präsidenten, Friedensnobelpreisträger – aber auch Mit-Architekt des Vietnamkrieges und einer Form von Außenpolitik, der viele Zynismus und fehlende Moral vorhalten.

Doch Kissinger beweist in seinem Buch Weltordnung (Erschienen 2014/2016) wieder einmal eine ungewöhnliche Fähigkeit – nämlich abstrakte Gedanken über die Grundlagen von Außenpolitik mit einzigartiger praktischer Erfahrung in einer Weise zu kombinieren, die dem Leser buchstäblich erklärt, was die Welt im Innersten zusammenhält. Oder eben nicht zusammenhält, denn der große Realist Kissinger mag ob der weltpolitischen Realität im Jahr 2015 schlicht verzweifeln, wie er im US-Sender C-Span erläuterte:

„Es gibt heute keine Weltordnung, das hat mich angetrieben, mein Buch zu schreiben. Ich aß mit einem Freund zu Abend, einem Professor in Yale, und wir diskutierten verschiedene Buchideen, von denen die meisten um historische Ereignisse kreisten. Und mein Freund sagte: Darüber hast du viele Bücher geschrieben, warum schreibst du nicht eins über deine größte Sorge im Moment? Und meine größte Sorge ist derzeit dieses Fehlen einer Weltordnung.“

Weshalb es an dieser Ordnung mangelt, erklärt Kissinger dem Leser in brillanten Kapiteln zur Rolle des Staates an sich, der Entwicklung in Europa, der arabischen Welt, den USA sowie Asien. Der Autor, der sich schon als junger Forscher leidenschaftlich mit Metternich, Bismarck und deren System des Machtausgleichs befasst hat, sieht genau diesen Ausgleich durch die Veränderungen der modernen Welt bedroht – in der zwar jeder mit jedem kommunizieren könne und alle auf alle Informationen weltweit Zugriff hätten, es aber dennoch an Verständnis füreinander fehle, wie Kissinger schreibt:

„Neue Methoden der Verfügbarkeit und der Weitergabe von Informationen verbinden und einen die Regionen dieser Welt wie nie zuvor und projizieren jedes Ereignis auf eine globale Ebene. Doch das geschieht auf eine Art und Weise, die jede Reflexion behindert und die politischen Führer zwingt, ihre Reaktionen unverzüglich kundzutun, und das in der möglichst schlichten Form von Schlagzeilen.“

Weltordnung

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