Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Medien und Gesellschaft

Bernd Oswald
Autor, Trainer und Trendscout für digitalen Journalismus
Zum piqer-Profil
piqer: Bernd Oswald
Freitag, 11.08.2017

Wie Datenhörigkeit den Journalismus kaputt macht

Noch nie war es für Journalisten so leicht, live zu kontrollieren, wie ihre Artikel performen. Die dafür nötigen Tools wie Chartbeat kommen aus den USA, wo die Medienhäuser mit der Nutzerdatenanalyse schon viel weiter sind. Franklin Foer hat das am eigenen Leib erlebt. In seinem Essay schildert er, wie die Fixierung auf Klickraten bei The New Republic den Journalismus verändert, um nicht zu sagen beschädigt hat. Die Geschichte ist sehr anschaulich, weil Foer diese Entwicklung an vielen Beispielen illustriert, die zeigen, wie die Datenanalysten Schritt für Schritt die Oberhand über die Journalisten gewannen. Ein echter Longread, der speziell Journalisten sehr nachdenklich machen wird. 

Wie Datenhörigkeit den Journalismus kaputt macht
8,6
5 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!

Kommentare 5
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor 4 Monaten

    Der Gründer von Chartbeat ist ein sehr reflektierter und kritischer Analyst der Genie, die er aus der Flasche gelassen hat. Hier seine immer noch brilliante Artikelserie "The Facebook Papers" www.piqd.de/medien-ge...
    Auch eine sehr wichtige Gestalt im Kampf gegen blinden Datengehorsam ist Tristam Harris (z.B. hier: www.piqd.de/technolog...)

  2. Antje Schrupp
    Antje Schrupp · vor 4 Monaten

    Danke für den interessanten Hinweis. Ich kann mir aber irgendwie nicht helfen und die Darstellung etwas naiv finden. Ich meine: Ein Investor, der nicht daran interessiert ist, Profit zu machen - woher soll das denn kommen? Dass sich die Interessen von Investoren und Publizisten tendenziell widersprechen ist jetzt keine so originelle Entdeckung. Die interessante Frage wäre doch, zu verstehen, woran der Versuch gescheitert ist. Um ein Medienunternehmen am Funktionieren zu halten, muss man eben eine Balance finden - also die Frage diskutieren, wie man genügend Umsatz macht, um weiterbestehen zu können, und ob das, was dafür notwendig ist, schon über die Grenze dessen geht, was die publizistischen Ziele noch akzeptieren können oder ob dann das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde. Leider erfährt man in dem Text nicht, ob das im Fall der New Republic versucht wurde und wenn, woran es gescheitert wird. Wenn hingegen die Lösung sein soll, dass Journalismus nur noch funktioniert, wenn jemand ständig Geld ins System pumpt ohne Gewinnabsichten, wäre eben die Frage aus welcher Motivation heraus jemand das machen sollte. Auf den Idealismus reicher Leute setzen erscheint mir nicht realostisch.

    1. Bernd Oswald
      Bernd Oswald · vor 4 Monaten

      zum Investoren-Aspekt hat ja Frederik schon geschrieben. Ergänzend der Hinweis auf einen anderen Piq, in dem es um Gönner und ihre Motivation geht: www.piqd.de/medien-ge...

    2. Bernd Oswald
      Bernd Oswald · vor 4 Monaten

      Klar braucht jedes Medium ein Geschäftsmodell. Das scheint es im Falle der New Republic nicht gegeben zu haben. Wobei sich der Artikel ja gar nicht im Kern darum dreht. Foer beschreibt ja vor allem den radikalen Wandel von der Devise "Macht-schönen-relevanten-gut-recherchierten-Journalismus" zu "Wir-machen-nur-Sachen-die-klicken".

    3. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · vor 4 Monaten

      "Ein Investor, der nicht daran interessiert ist, Profit zu machen - woher soll das denn kommen?" Unser "Investor" ist so jemand und die Motivation finde ich völlig nachvollziehbar: Man möchte Probleme lösen und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Ich finde es viel verwunderlicher, woher die Motivation kommt, auch noch für die 300. Million Kompromisse auf Kosten der Lebensqualität einzugehen. Anders als bei uns gibt es zudem in Amerika eine lange Tradition von Philanthropen im Journalismus.
      Aber du hast natürlich recht: Von einem "echten" Investor, also jemandem, der/die investiert um die Investitionssumme + x zurückzuerhalten, kann man kein anderes Verhalten erwarten. Das anzunehmen wäre tatsächlich naiv. Die Frage ist, inwiefern Chris sich intern als Philanthrop oder als Investor verkauft hat.
      Den Satz sehe ich anders: "Auf den Idealismus reicher Leute setzen erscheint mir nicht realistisch." Ich glaube als Ergänzung braucht es ganz dringend mehr reiche Leute, die einen Journalismus finanzieren, der sich nicht von Werbung abhängig machen möchte/kann. Leider gilt Journalismus in Deutschland nicht als gemeinnützig und kann daher nicht durch Spenden finanziert werden.