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Zukunft und Arbeit

Karsten Lemm
Reporter
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piqer: Karsten Lemm
Mittwoch, 17.02.2016

Was passiert, wenn wir alle Programmieren lernen?

Latein und Griechisch waren gestern, die moderne Welt verlangt nach Java, Python und C++. Programmierer fehlen dem Arbeitsmarkt, und für den Augenblick zumindest scheinen die Aussichten für alle, die Computercode komponieren können, weit besser als für Magister in Germanistik und Philosophie. Entsprechend laut sind die Rufe danach geworden, jede und jeden von uns zum Coder auszubilden.

Doch ist das wirklich wünschenswert? Johnny Haeusler, Mitgründer der re:publica-Konferenz, argumentiert: Nein, keinesfalls. Denn Programmieren verlange eine bestimmte, auf die Extreme Null und Eins optimierte Denke, die im Alltag viele Nachteile haben kann. Code zu schreiben sei eine Aufgabe, die „ein bestimmtes Mindset voraussetzt beziehungsweise einen zu diesem führt“, schreibt Haeusler. „Vielen Menschen bereitet die Arbeit als Coder enormen Spaß, aber eben nicht allen. Und bei manchen Programmierern führt die Arbeit trotz aller Leidenschaft durch enormen Zeit- und Leistungsdruck in die Isolation und Depression. Computer verstehen bisher nur Ja und Nein. Wer sich den ganzen Tag mit dieser Tatsache beschäftigt, kann irgendwann an der nicht-digitalen Welt scheitern.“

Fazit: Schön, wenn die Gesellschaft Menschen hat, die sich in diesem Spezialgebiet auskennen – aber alle von uns aufs Programmieren zu trimmen würde Deutschland in vielerlei Hinsicht ärmer machen, nicht reicher.

Was passiert, wenn wir alle Programmieren lernen?
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Kommentare 1
  1. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · Erstellt vor mehr als 3 Jahren ·

    Code lesen zu können ist aber etwas anderes, als programmieren zu können. So wie Dichtung lesen etwas anderes ist, als selbst Gedichte zu schreiben. Und Code lesen zu können macht, glaube ich, niemanden ärmer.

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