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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Sonntag, 27.11.2016

Eine schrecklich machtgierige Familie

Sie beherrschten Russland drei Jahrhunderte lang: Die Romanows sind eine verklärte Dynastie. Ganze Bibliotheken haben zahlreiche Autoren bereits mit Bücher über die Romanows vollgeschrieben und Regisseure haben zahlreiche Filme über sie gedreht. „Woher rührt diese Faszination?", fragt Alexis Schwarzenbach in der NZZ am Sonntag und sucht die Antwort in einem Werk des britischen Historikers Simon Sebag Montefiore.

„Da sind zunächst einmal herausragende Familienmitglieder wie Peter oder Katharina, die beide zu Recht die Großen genannt werden und deren Lebensgeschichten immer wieder aufs Neue begeistern. Bei Peter dem Großen (1672–1725) gelingt Sebag Montefiore das eindrückliche Porträt eines Herrschers, der im zähen Ringen mit seinem schwedischen Widersacher Russland als Großmacht etabliert, eine nach ihm benannte neue Hauptstadt gründet, sich mit einer bunten Schar ausländischer Ratgeber und Kumpanen umgibt und mit seiner zweiten Frau eine erstaunlich passionierte Liebesbeziehung unterhält."

Wer sich für die russische Geschichte interessiert, sollte Montefiores Buch lesen – auch wenn  Schwarzenbach ein gewichtiges Manko ausgemacht hat: „Womit der Autor hingegen ständig arbeitet, ist die Folie des Putin-Vergleichs. Der ganze Text ist gepfeffert mit direkten und indirekten Anspielungen auf die aggressive Außenpolitik des heutigen russischen Machthabers, die dem Westen spätestens seit der Annexion der Krim deutlich gemacht hat, dass man sich mit einem Nachbarn im Osten auseinandersetzen muss, den man kaum kennt und noch weniger versteht." 

Die Außenpolitik der Romanows war angetrieben von einem Traum nach noch mehr Macht: Die Eroberung des Balkans und Konstantinopels. Diese Ziele der Russen wurden in Westeuropa nie so richtig verstanden. Da dürfte es allerdings tatsächlich eine Parallele zu den heutigen Tagen geben.

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