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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs

Die Furcht vor den Wilden

Nach den Übergriffen von Köln sind Flüchtlinge, vor allem junge Männer aus Nordafrika in Deutschland in Verruf geraten: Auf Facebook und in anderen sozialen Medien werden sie immer wieder generell als potenzielle Vergewaltiger gebrandmarkt, als Gefahr für weiße, christliche Frauen beschrieben. Pegida-Sympathisanten und andere Rechtsextreme demonstrieren gegen Asylbewerber mit Plakaten, auf denen sie vor ausländischen Sexualstraftätern warnen. Sie behaupten, dass jeder Flüchtling eine Gefahr darstelle. Dahinter steckt nicht nur rassistisches Gedankengut – sondern uralte Vorurteile und Mythen.

Die Amadeu Antonio Stiftung hat dazu jüngst eine Studie veröffentlicht: „Das Bild des »übergriffigen Fremden« – warum ist es ein Mythos? Wenn mit Lügen über sexualisierte Gewalt Hass geschürt wird". Bei der Suche nach dem Ursprung der diffusen Ängste vor fremden Straftätern hilft ein Blick ins 19. Jahrhundert. Mit Kolonialismus und Imperialismus entstand im weißen Europa das Bilder vom schwarzen Mann, „der als »der Wilde«, als sexuell enthemmt, potent, übergriffig und gewalttätig galt“. 

Die Autoren ziehen das Fazit: „Solcherart Bilder sind bis heute wirksam und prägen den Alltag von Menschen, die davon betroffen sind, schränken deren Handlungsspielräume und Lebensqualität ein und bedeuten häufig eine Zunahme von Gewalterfahrungen ohnehin diskriminierter Menschen oder Gruppen.“

Und Angst wurde in Europa nicht nur vor dem schwarzen Mann, sondern auch vor muslimischen Tätern geschürt. So heißt es bei der Amadeu Antonio Stiftung: „Im antimuslimischen Rassismus finden sich sexualisierte Bilder über »den schwarzen fremden Mann« wieder. Und auch hier haben diese Bilder nichts mit der Realität oder mit dem Handeln von Muslimen zu tun." 

Und bevor nun der übliche Vorwurf der Relativierung von Straftaten aufkommt: Die Stiftung fordert, jeden sexuellen Übergriff zu ahnden – egal woher Täter und Opfer stammen.

Die Furcht vor den Wilden

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