Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Volk und Wirtschaft

Rico Grimm
Der piqer hat bisher keine Tätigkeit eingetragen.

Rico Grimm schreibt über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge für Medien wie Krautreporter, Capital, Business Punk und Zeit Online. Wenn er dafür den Schreibtisch verlässt, nimmt er immer die Kamera mit. Seine Lieblingsfrage ist: Warum?

Zum piqer-Profil
piqer: Rico Grimm
Mittwoch, 02.11.2016

Uber muss seine Fahrer wie Angestellte behandeln. Das ist eine kleine Revolution.

Das Urteil, das einer Londoner Gericht vergangene Woche fällte, sandte kleine, aber spürbare Schockwellen durch die Welt der Digital-Wirtschafts-Interessierten. Denn vor Gericht standen nicht nur die Arbeitsbedingungen von Uber-Fahrern, sondern ein ganzes Geschäftsmodell. Umso erstaunlicher ist, dass kein großes deutsches Medium das Urteil in mehr als nur einer Agenturmeldung aufgriff. 

Die beiden Uber-Fahrer Yaseen Aslam und James Farrar hatten die Firma verklagt, weil sie in ihren Augen zwar die gleichen Pflichten wie Angestellte hatten, aber nicht die gleichen Rechte. Kein Mindestlohn, kein bezahlter Urlaub, keine Lohnfortzahlung, wenn man krank wird. Uber hält dagegen: Die Fahrer seien Selbständige, sie hätten alle Freiheiten der Welt, ihr Geschäft zu erweitern, neue Kunden zu gewinnen usw. Der Vorsitzende Richter hielt diese Argumentation für "ein wenig lächerlich" und sprach den Klägern Recht zu. Uber muss sie nun wie Angestellte behandeln, geht aber natürlich in Berufung gegen das Urteil. 

Wie dieser Prozess ausgehen wird, dürfte alle interessieren, die Plattformen betreiben: All die Helplinge, die Deliveroos und Foodoras. Bei den letzten beiden wissen wir schon, wie schlecht sie ihre Fahrer behandeln. Es ist nur eine Frage der Zeit bis auch in Deutschland ein Urteil dazu fällt, ob die ganzen Plattform-Arbeiter in der "Gig economy" wirklich so frei sind, wie es ihre Eigentümer immer darstellen. 

Uber muss seine Fahrer wie Angestellte behandeln. Das ist eine kleine Revolution.
8,9
7 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied!