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Pop und Kultur

christina mohr
Freie Autorin

Geboren in Frankfurt, heute wieder dort lebend und arbeitend - hauptberuflich für einen Sachbuch- und Wissenschaftsverlag, daneben als freie Autorin für Magazine wie Spex, Missy Magazine, Konkret, Die Anschläge, kaput-magazine.com, melodiva.de, culturmag.de.

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piqer: christina mohr
Freitag, 17.05.2019

Weit oder eng? Warum es niemals egal ist, was Frauen anziehen.

Nicht zuletzt die umstrittene Ausstellung "Contemporary Muslim Fashions" im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst / MAK zeigt mal wieder, dass die Bekleidung (oder Nicht-Bekleidung) weiblicher Körper niemals nur Sache der jeweiligen Trägerin allein ist – geht es um Rocklängen, Ausschnitttiefe oder BH-Träger, fühlt sich alle Welt zum Kommentar berufen, urteilt religiös, ästhetisch oder moralisch motiviert.

Aktuell plädiert Popstar Billie Eilish – anlässlich ihres Fotoshootings für eine neue Calvin-Klein-Kampagne – für baggy clothes, also extrem weite, bewusst unsexy geschnittene Klamotten, die die Körperform ihrer Trägerin höchstens erahnen lassen. Für Eilish perfektes power dressing, weil kein Nippel oder Oberschenkel ablenkend vulgo aufreizend wirken bzw. der Rezeption ihrer Kunst im Wege stehen kann. Am entgegengesetzten Ende dieses Argumentationsstrangs befindet sich Kollegin Lizzo, die ihre üppige Pracht mit Vorliebe in engen Bodies und Netzstrumpfhosen präsentiert – ihren Auftritt beim Coachella-Festival nannte sie dementsprechend "Asschella".

Beide Haltungen stehen in ihrer Gegensätzlichkeit für Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung – in Kleidungsfragen kann und darf es kein allgemeingültiges Urteil geben. Oder, wie Autorin Alaina Demopoulos schließt: "Hopefully, baggy and itty bitty can coexist."

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