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Medien und Gesellschaft

Du sollst nicht "jein" sagen: Ein Dossier zum Rassismus im Fußball

Benjamin Freund
News Editor / Redakteur bei LinkedIn News

Studierter Medienwissenschaftler & Kulturjournalist. Fest fĂŒr LinkedIn News, frei fĂŒr dpa, Tagesspiegel, Monopol, shelfd & Galore. Vorher unter anderem bei ze.tt, DLF Nova, Deutsche Welle, Berliner Zeitung & Musikexpress.

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Benjamin FreundFreitag, 12.03.2021

🐩 Mein Top-Tweet zĂ€hlt ĂŒber 2.700 Likes. Das ist schön und traurig zugleich. Denn: Mein Top-Tweet kommentiert Rassismus im Fußball.


Wie Ă€ußert sich Rassismus im Fußball?

âšœ Dezember 2020. Die Seite OneFootball postet auf Facebook ein Bild mit 16 Foto-Kacheln. In der Zeile darĂŒber fragt der Teaser "Wer hat die verrĂŒcktesten Haare?" Auf den Kacheln zu sehen sind mitunter die Gesichter der Profifußballer Wilian (FC Arsenal), Serge Gnabry (FC Bayern), Leroy SanĂ© (FC Bayern), Marcelo (Real Madrid) und Adama TraorĂ© (Wolverhampton). Was diese Spieler gemein haben? Sie werden von der weißen Mehrheitsgesellschaft als Schwarz gelesen. Und: Sie alle tragen ihr natĂŒrliches Afrohaar. Das Wort "verrĂŒckt" hebt das vermeintliche Anders-Sein der Genannten hervor. Denn: Mit dem Foto von Paul Breitner hat es im Gegenzug nur eine einzige als Weiß gelesene Person in die Fotorunde geschafft. Warum fĂŒr viele Schwarze Menschen die Exotisierung der eigenen Haare aber bereits seit Kindertagen ein gewaltiges Problem ist, verrĂ€t Edition F. 

âšœ Auch Fußballkommentatoren sind nicht vor Rassismus gefeit. Das bewies eine Studie des dĂ€nischen Forschungsunternehmen RunRepeat. Demnach werden in Großbritannien weiße Fußballer oft als spielintelligent, die Schwarzen eher als athletisch beschrieben. Außerdem heimsen weiße Fußballer mehr Lob fĂŒr ihre Leistungen ein. Ein möglicher Hintergrund: Laut dem Autor der Studie seien weniger als acht Prozent der untersuchten Kommentator*innen selbst als "Menschen mit dunklerer Hautfarbe" eingestuft worden.

Aber ich habe das GefĂŒhl, wenn man allgemein die Berichterstattung, GĂ€ste im Studio wĂ€hrend der Halbzeit oder sogar Twitter analysieren wĂŒrde, wĂŒrden wir das Gleiche sehen.

âšœ Rassismus durchwuchert sĂ€mtliche Ligen: Italien. 2013 ging Kevin Prince Boateng (AC Milan) nach rassistischen SchmĂ€hrufen in einem Testspiel bei einem Viertligisten (!) vom Platz. Ähnliches ereignete sich 2019. Da trafen die Affenlaute Mario Balotelli. Eine Chronologie solcher VorfĂ€lle findet sich hier bei der FAZ.

⚜ Besonders prominent bleibt ein Skandal im CL-Spiel zwischen Paris-Saint-Germain und dem tĂŒrkischen Verein Basaksehir in Erinnerung. Als Reaktion auf die Äußerung "Negru" des vierten Offiziellen Coltescu gegenĂŒber eines Mitglieds aus dem Trainerstab von Basaksehir verließen die Spieler beider Teams das Feld. Diskutiert wurde danach medial vor allem, ob es sich um Rassismus gehandelt habe.

Die Empörung betroffener Personen ist dafĂŒr meist ein ganz gutes Indiz. Dass die UEFA ein solches Indiz nicht erkennt und in eine derart prĂ€gende Aktion nicht sofort öffentlichkeitswirksam an den Pranger stellt, ist beschĂ€mend und konterkariert die eigene Kampagne.

âšœ Wichtig: Wie ĂŒberall Ă€ußert sich Rassismus im Fußball nicht nur anti-Schwarz. So bezeichnete Sky-Kommentator Jörg Dahlmann im MĂ€rz 2021 wĂ€hrend einer Übertragung Japan etwa als "Land der Sushis". Dass das Rassismus sei, wollte sich der Kommentator öffentlich nicht eingestehen. Zum Ende der laufenden Saison trennen sich Dahlmann und Sky.

âšœ Diskriminierung im Fußball macht vor Social Media nicht halt. Erst im Dezember 2020 wurden Bayernspieler Alphonso Davies und seine Freundin, die PSG-Spielerin Jordyn Huitema auf Instagram rassistisch beleidigt.

âšœ Der Fußball funktioniert auch als ProjektionsflĂ€che rassistischer IdentitĂ€tskrisen ganzer Gesellschaften: "Als Brasiliens StĂŒrmerstar Neymar gefragt wurde, ob er jemals Opfer von Rassismus war, antwortet er: 'Niemals. Warum auch, ich bin ja nicht schwarz.'"


Was wird gegen Rassismus im Fußball getan?

✊🏿 Betroffene wie der englische Kicker Marcus Rashford erheben ihre Stimme im Netz, wĂ€hrend Tech-Plattformen verstummen. Und Brasilianer Dani Alves machte aus einem Bananenwurf im Stadion eine PR-Aktion.

âœŠđŸŸ Ob Gedenktage oder Antidiskriminierungskampagnen: "Der DFB tut viel und doch zu wenig", heißt es in der Doku Wie Neonazis Vereine unterwandern (Sportschau). Warum? Auf den PlĂ€tzen kommen die Botschaften meist nicht an. Wie der DFB aus eigener Sicht mit Rassismus umgeht, erfahren wir hier.

âœŠđŸœ "Say jein": Die UEFA wirbt mit dem Slogan "Say no to racism". Dennoch versuchte sie im PSG-Skandal den Schiri Coltescu weiter einzusetzen und Basakesehir vom Boykott abzubringen.

âœŠđŸ»Â OneFootball reagierte auf die Kritik verstĂ€ndnisvoll und entfernte den Frisurenpost.


Tipps

đŸ“»Â Rassismus im Fußball (Kanackische Welle) 

đŸŽ„Â Hans Sarpei | GERMANIA (FUNK)

đŸŽ„ Diskriminierung im Stadion (bpb)

✍ Viel erreicht, viel zu tun (DW)

đŸŽ„ Rassismus im Stadion (Browser Ballett)

Du sollst nicht "jein" sagen: Ein Dossier zum Rassismus im Fußball

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