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Medien und Gesellschaft

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Alexander Matzkeit

Alexander Matzkeit spricht und schreibt über Film und Medien, besonders über Podcasts. Bisher unter anderem beim epd, bei kino-zeit.de, 3sat und im Techniktagebuch - sowie in seinem Blog "Real Virtuality" und den Podcasts "Kulturindustrie" und "LEXPOD".

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Alexander MatzkeitDienstag, 09.03.2021

Wo soll man anfangen? Marcus Engert hatte in seiner Podcast-Kolumne für Übermedien vier Podcasts zum Thema Geschichte empfohlen und sich dabei dafür entschieden, keine Podcasts von Frauen zu nennen. Für diese Entscheidung gab es auf Twitter einige Kritik. Frauen, die sich mit Geschichte beschäftigen, empfanden es als Bestätigung einer ohnehin bestehenden Schieflage in der Wahrnehmung von Frauen in den Geschichtswissenschaften. Der Übermedien-Account reagierte auf die Vorwürfe. Die Redaktion verweist auf eine große Parität in den anderen Podcast-Kolumnen und die subjektive Natur der Kolumne. Einen Fehler gesteht sie nicht ein.

Die Kontroverse beherrscht dann auch problemlos die erste Hälfte des Übermedien-Podcasts Holger ruft an, der sich eigentlich allgemein um das Thema Podcast-Kritik anlässlich 50 veröffentlichter Podcast-Kolumnen drehen sollte. Dankenswerterweise ist die Podcasterin Nora Hespers zu Gast, die noch einmal sachlich und freundlich beschreibt, worauf die Kritik zielte. Der studierte Historiker Marcus Engert bleibt leider uneinsichtig. Er ist zu sehr damit beschäftigt, seine Entscheidung zu rechtfertigen, Gründe für die (nicht im Artikel thematisierte) Auslassung zu beschreiben und sich über den Ton der Kritik und die Annahmen in der Wahrnehmung zu ärgern, um einzugestehen, dass man die Kolumne anders hätte schreiben oder die Schieflage zumindest hätte thematisieren können. In dieser ersten Hälfte ist der Podcast eine interessante Lektion in Sachen Kommunikationswissenschaft (die Botschaft entsteht bei der empfangenden Person, egal wie anders der Sender etwas gemeint hat) und professioneller Souveränität. Zum Glück findet Sandro Schröder noch einen Teilschuldigen: das Listicle-Format.

In der zweiten Hälfte geht es dann außerdem noch sehr aufschlussreich um das eigentliche Thema. Es ist wirklich nicht einfach, als Podcast-Kritiker*in der Menge an Podcast-Angebot mitten im Hype gerecht zu werden, weswegen – da sind sich alle einig – es deutlich mehr Podcast- (und auch Hörfunk-) Kritik geben sollte, damit nicht die ganze Verantwortung auf Übermedien lastet.* Das Panel versucht sich an einer Situationsbeschreibung der Podcastlandschaft mit ihren freien und kommerziellen Szenen in Deutschland und im englischsprachigen Raum** und wagt sich an Prognosen für die kommenden Jahre. Für alle, die sich für Podcasts interessieren, ist das ganze Gespräch in jeden Fall eine lohnende Bestandsaufnahme – und die Übermedien-Kolumne tatsächlich ein großer Schatz an kritischen Empfehlungen.

* Ganz alleine ist Übermedien zum Glück nicht. Das piqd-Audiomagazin ist zum Beispiel ein großer Schatz an Podcast-Kritik, es gibt die Podcast-Podcasts Hört hört, Audio:Viel und Über Podcast. Svenja Reiner schreibt eine Podcastkolumne im Kulturblog 54books und ich bespreche Podcasts auch häufig bei epd medien (meist nicht online zugänglich) und in meinem Lexpod, der zurzeit pandemiebedingt pausiert, aber bald auch mit diesem Schwerpunktthema weitergehen wird. Bestimmt gibt es da draußen noch mehr – gerne unter diesem piq kommentieren.

** Wie unter anderem Nele Heise oft bemerkt bleibt die Podcast-Landschaft anderer Sprachräume im deutschsprachigen Diskurs meist völlig unsichtbar.

Hinweis, 13. März: In der ursprünglichen Fassung des Piqs hieß es: "Engert ließ über den Übermedien-Account auf die Vorwürfe reagieren." Der Vorschlag, über den Übermedien-Account zu antworten stammte aber laut Übermedien-Gründer Stefan Niggemeier von ihm.

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Kommentare 1
  1. Mascha Jacobs
    Mascha Jacobs · vor 4 Monaten

    Interessant! Danke ---

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