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piqer: 1E9 Magazin
Mittwoch, 22.07.2020

So wird Mikroplastik zu großen Klumpen, die sich aus dem Wasser sieben lassen

Kleinste Kunstoffpartikel finden sich inzwischen in jedem Gewässer der Welt. Sogar in Schnee und Regen wird Mikroplastik regelmäßig nachgewiesen. Und Kläranlagen können es nicht völlig aus dem Wasser herausfiltern. Noch diskutiert die Wissenschaft darüber, welche Folgen das für Umwelt, Tiere und Menschen hat. Klar ist aber, dass auch wir die Plastikteilchen zu uns nehmen.

Sie lösen sich beim Waschen aus Kleidung, entstehen durch den Abrieb von Reifen, fallen in vielen Industrie an, kommen in Kosmetik zum Einsatz oder bleiben übrig, wenn größerer Plastikmüll im Wasser langsam zerfällt. Kläranlagen können das Mikroplastik nicht restlos beseitigen – und über das dann ausgeleitete Abwasser oder den Klärschlamm findet es seinen Weg auf Felder. Es wird damit ein Teil der Nahrungskette.

Die promovierte Chemikerin Katrin Schuhen beschäftigt sich seit Jahren mit Kunststoff. Erst arbeitete sie für die Industrie, dann als Junior-Professorin an der Universität, jetzt hat sie ein gemeinnütziges Start-up gegründet: Wasser 3.0. Dessen Ziel ist es, das Wasser der Welt wieder von Mikroplastik zu befreien. Denn sie ist überzeugt, dass es einen Effekt auf das Ökosystem hat.

„Der Kunststoff ist nicht abbaubar und verweilt sehr lange in der Umwelt“, sagt sie im Gespräch mit 1E9. „Außerdem sprechen wir nicht von einzelnen Polymerpartikeln, sondern von vielen unterschiedlichen Typen und Verarbeitungsprodukten und außerdem stetig wachsenden Mengen. Mikroplastik ist nicht nur per se ein menschengemachtes Umweltproblem, es ist auch ein global vorhandenes. Außerdem können sich aus Mikroplastik auch andere kritische Substanzen lösen und damit in die Umwelt gelangen. Dadurch könnte ein unkontrollierbarer Mechanismus in Gang kommen – und alles, was man nicht kontrollieren kann, birgt Gefahren.“

Mit Hybridkieselgel gegen Plastikteilchen

Wasser 3.0 hat eine eigene Technologie entwickelt, um Mikroplastik aus dem Wasser zu entfernen. Die ist ungiftig, günstig, effizient und braucht nicht viele Ressourcen. Denn Katrin Schuhen wollte keine Lösung anbieten, die sich nur Industrieländer leisten können. Daher Low-Tech statt High-Tech

Die mobilen Container, in denen Wasser 3.0 die eigene Technologie verbaut, lassen sich überall aufstellen, wo Wasser gereinigt werden muss: in Kläranlagen, Fabriken oder dort, wo Meerwasser genutzt wird. Was in den Containern passiert, ist die Agglomerationsfixierung des Mikroplastiks. „Für uns als Chemiker hört sich das ziemlich gut an“, sagt Katrin Schuhen. Für Nicht-Chemiker lässt sich das Verfahren mit der englischen Formulierung clump and skim noch etwas simpler auf den Punkt bringen, auf Deutsch: verklumpen und abschöpfen.

Zuerst wird das Wasser gerührt, damit sich das Plastik in einer Schicht sammelt. Dann wird ein spezielles Hybridkieselgel dazu gegeben, das mit allen denkbaren Kunststoffpartikeln reagiert – und dazu führt, dass sich daraus etwas unförmige Klumpen bilden, die sich leicht aus dem Wasser abschöpfen lassen. In der Glas- oder Bauindustrie könnten sie als Füllstoffe wieder zum Einsatz kommen. 

Im Idealfall, so hofft Katrin Schuhen, kommt die Technologie von Wasser 3.0 später nicht nur in Kläranlagen zum Einsatz, sondern schon in der Industrie, in der Mikroplastik anfällt. Dann würden die Teilchen gar nicht erst den Weg in die Kanalisation oder die Umwelt finden.

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