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Pop und Kultur

Edmund Epple
Plattenladenbesitzer, Kulturorganisator, Recommender
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piqer: Edmund Epple
Freitag, 16.09.2016

Und schon wieder die Yacht: Drugdealer

Ein Tretboot, ok. Oder ein Segelboot am Ammersee, natürlich. Aber ich kenne niemand, der eine Yacht besitzt. Zumindest frage ich niemanden danach und es erzählt mir auch niemand von Yachten, die er besässe. Vielleicht höre ich in solchen Momenten auch weg, denn ich halte Verdrängung für eine wichtige Lebensstrategie. Total yacht-los führe ich trotzdem kein einsames Leben oder vielleicht gerade deswegen. Warum man ein Genre, dass immer ziemlich nach Siebzigern und Kalifornien klingt, Yacht-Rock nennt, wage ich aber durchaus zu erahnen. Ein gewisser Michael Collins fiel bisher in erster Linie durch ziemlich ironisierte Werke auf, die er unter den Namen Salvia Plath oder Run DMT veröffentlichte. Das neue Projekt heißt nun Drugdealer und das Album trägt den Namen „The End Of Comedy". Der Spaß soll also jetzt ein Loch haben. Und die Yacht fungiert als Spaß-Absorber. Post-Beatles Songwriting, Lounge-Jazz Geklimper, etwas Doobie Brothers, etwas Steely Dan und Harmoniegesänge, die der Pazifik offensichtlich direkt ins Land weht. Es fällt auf, dass sich mehr und mehr Musiker genau dieser Ästhetik verschreiben, die  mal ein paar Momente cool war, um sogleich total nach vorgestern zu klingen. Vorgestern ist nun wieder morgen und Bands wie Whitney, Young Gun Silver Fox, Junius Meyvant oder die High Llamas hören nicht auf, uns mit fließenden Harmonien auf die Probe zu stellen. Das Drugdealer Album entstand unter Mitwirkung von MacDemarcos Band und von Ariel Pink und ist schlicht gelungen. Das Ende der Comedy vielleicht, aber der Spaß fängt gerade erst an. Vielleicht trotzdem gut, wenn man jemanden kennt, der die Yacht auch mal im Hafen stehen lassen kann.

Und schon wieder die Yacht: Drugdealer
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