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Pop und Kultur

Oskar Piegsa
Redakteur bei "Zeit Campus" & Autor für "Die Zeit"
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piqer: Oskar Piegsa
Sonntag, 02.07.2017

Jay-Z verabschiedet sich aus Spotify. Aber glaubt mal nicht, dass Ihr bei Tidal fündig werdet

Musikstreaming hat viele Vorzüge gegenüber dem guten alten Plattenladen, aber machen wir uns nichts vor: Wir besitzen nur jene Alben, die bei uns im Regal stehen. Der Spotify-Ordner "Deine Musik" enthält überhaupt nicht deine Musik. Denn alles, was du auf dem Smartphone "gespeichert" hast, kann über Nacht und ohne Vorwarnung wieder verschwinden.

So jetzt geschehen bei Jay-Z. Von seinem Black Album ist heute Morgen nur noch 99 Problems auffindbar, 13 weitere Tracks sind weg. Nicht nur von meinem Handy, sondern von Spotify insgesamt. Von The Blueprint sind noch drei (von 15) Tracks da, beim Klick auf Watch the Throne finde ich einen Hinweis: "Du hast keine abspielbaren Songs. Wechsle zu den Einstellungen, um nicht-abspielbare Songs anzuzeigen." Dasselbe bei Magna Carta...Holy Grail.

So feiert Jay-Z mit seinen Fans die Veröffentlichung von 4:44. Das neue Album ist seit Freitag exklusiv auf dem Streamingdienst Tidal zu hören, an dem Jay-Z beteiligt ist. Und viele seiner bereits erschienenen Alben sind seitdem ebenfalls "Tidal exclusive", denn Jay-Z hat sie kurzfristig aus konkurrierenden Streamingdiensten entfernen lassen.

Nun kann man einem Künstler nicht vorwerfen, dass er mit seiner Arbeit Geld verdienen will (wir alle kennen die Beschwerden über die mickrigen Tantiemen von Spotify). Doch wer sich nun bei Tidal anmeldet, um 4:44 zu hören, dem wird es wohl gehen wie dem Produzenten Mark Ronson: auch dort gibt es eine Fehlermeldung. Wer bisher noch keinen Tidal-Account hatte, kann 4:44 nicht hören. Außer, er schließt zusätzlich einen Vertrag mit dem Mobilfunkanbieter Sprint ab.

Also doch in den Plattenladen (wo 4:44 ab dem 7. Juli erhältlich sein soll). Wer anschließend die Platte oder CD nach Hause trägt, weiß, dass sie seine ist. Aus Vinyl und Polycarbonat bauen wir uns einen Schutzwall gegen die Launen von Jay-Z.

P.S.: Die Ironie: Selbst in der Rezension der NYT – unten gepiqt – geht's vorranging um Streaming-Politik, nur nachrangig um die Songs auf 4:44. Ob's Jay-Z hilft?

Jay-Z verabschiedet sich aus Spotify. Aber glaubt mal nicht, dass Ihr bei Tidal fündig werdet
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Kommentare 1
  1. Jan Paersch
    Jan Paersch · vor 7 Monaten

    Zum Glück gibt es Jan Kedves. Der könnte zwar auch mal was über die Musik, und nicht nur über die Samples sagen, aber das ist schon qualifizierter. www.sueddeutsche.de/kultur/hi...