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Medien und Gesellschaft

Magdalena Taube
Redakteurin
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piqer: Magdalena Taube
Dienstag, 12.03.2019

Coden, Schreiben oder Twittern: Was sollen junge JournalistInnen eigentlich lernen?

Das Stichwort "Medienkompetenz" zieht mit seinem süßlichen Duft durch Redaktionsstuben (aka newsrooms), das Villa-Kunterbunt-mäßige Klassenzimmer an der Grundschule (ohne smart boards und tablets) und durch die schlecht gelüfteten Seminarräume an journalistischen Bildungsschmieden (oder J-schools). Kurz gesagt, es zieht durch mein Leben. Und alle denen ich begegne, sind sich sicher: Mehr Medienkompetenz für alle! Hach, wenn es nur so einfach wäre.

Außer Frage steht: Junge JournalistInnen brauchen Medienkompetenz, und hier meine ich sie im Sinne einer "digital literacy". Sie brauchen sie sogar unbedingt und sie brauchen davon vielleicht sogar mehr als andere. Wo können sie sich das aneignen? Vor allem in der Ausbildung. Allen, die sich fragen, wie der Stand der JournalistInnen-Ausbildung ist, vor allem aus globaler Perspektive, sei dieser feine 500-Seiten-Schmöker namens "Global Journalism Education" (frei als PDF verfügbar) empfohlen. Wer sich eher für eine bundesdeutsche Perspektive interessiert, kann sich Quo Vadis Journalistenausbildung anschauen (das E-Book kostet 29 Euro). 

Wie ein auf digitale Kompetenzen (vor allem auf Programmieren ausgerichtete) Journo-Ausbildung in der Praxis aussieht, wird in dem Beitrag "Coding the Curriculum" (ab S. 383) hervorragend beschrieben.

Coden, Schreiben oder Twittern: Was sollen junge JournalistInnen eigentlich lernen?
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Kommentare 7
  1. Alexander Sängerlaub
    Alexander Sängerlaub · Erstellt vor 12 Tagen · Bearbeitet vor 9 Tagen

    Viel wichtiger ist, das Journalisten verstehen, wie Öffentlichkeit funktioniert und wie sie durch ihr Schreiben Einfluss auf die Wirkung von Debatten haben. Hier sind Soziologie, Kommunikationswissenschaft oder Psychologie eigentlich fundamental relevant für die Journalistenausbildung, um wenigstens das Grundverständnis zu fördern. Dazu zählt auch "Framing", "Agenda Setting" und der ganze Spaß. Ich wüsste gar nicht, wie sehr das bisher eine Rolle spielt in der Ausbildung. Ob Journalisten heute gute Programmierer werden müssen, wage ich eher zu bezweifeln.

    1. Magdalena Taube
      Magdalena Taube · Erstellt vor 12 Tagen · Bearbeitet vor 9 Tagen

      Diese Aspekte spielen in der Ausbildung an der Hochschule auf jeden Fall eine Rolle und ich finde auch, dass es zu so etwas wie digital literacy gehören muss, solches Wissen zu vermitteln. Es gibt auch gute Dual-Studiengänge, die bspw. Politik und Journalismus kombinieren. Was noch fehlt: Unternehmerische Grundlagen. Dort, wo ich unterrichte, gibt es dazu fast gar nichts, dabei wird Freiberuflichkeit eher zunehmen in Zukunft. Zu der Frage mit dem Programmieren: Nee, müssen sie nicht, sehe ich wie du. Andererseits finde ich es erstaunlich, wie groß Berührungsängste sind, zumindest bei meinen Studierenden, wenn es darum geht, auch mal ins Back-End zu schauen, wie Dinge eigentlich funktionieren.

    2. Alexander Sängerlaub
      Alexander Sängerlaub · Erstellt vor 12 Tagen · Bearbeitet vor 9 Tagen

      @Magdalena Taube Jo, das stimmt, gerade unternehmerische Grundlagen sind wirklich wichtig. Da sind die Universitäten leider auch nicht viel besser, die nur für sich selbst ausbilden und vergessen, dass es eine Realität auch abseits der Academia gibt. Zahlen und Technik machen dem Durchschnitts-Journalisten halt irgendwie Angst, ich weiß auch nicht, woran das liegt. Dabei ist technisches Verständnis, komplexes und offenes Denken und auch tatsächlich Statistik extrem wichtig, damit man z.B. nicht auf 107 vertrottelte Lungenärzte reinfällt. :D
      Vielleicht bedarf es einer "Professionalisierung" in den Bildungskarrieren dieser Profession, die ja schon lange kein einfacher Ausbildungsberuf mehr ist?

    3. Magdalena Taube
      Magdalena Taube · Erstellt vor 12 Tagen · Bearbeitet vor 9 Tagen

      @Alexander Sängerlaub Was genau meinst du hier: "Vielleicht bedarf es einer "Professionalisierung" in den Bildungskarrieren dieser Profession, die ja schon lange kein einfacher Ausbildungsberuf mehr ist?"

    4. Alexander Sängerlaub
      Alexander Sängerlaub · Erstellt vor 12 Tagen · Bearbeitet vor 9 Tagen

      @Magdalena Taube Ob sich einfach jeder Journalist:in nennen darf, wie es bisher ist, oder ob es nicht eine geschützte Berufsbezeichnung sein sollte. Es gibt einfach eine wahnsinnige Verantwortung, die an diesem Beruf hängt. Und nicht jeder, der Journalismus macht, ist deswegen auch Journalist (siehe z.B. die Redaktionen von Epoch Times und Co.). Nach dem 2. Weltkrieg musste man sogar eine Presselizenz erwerben. Das vielleicht zu krass, aber vielleicht ist der derzeitige Status Quo dafür auch zu viel laissez-faire.

    5. Magdalena Taube
      Magdalena Taube · Erstellt vor 12 Tagen · Bearbeitet vor 12 Tagen

      @Alexander Sängerlaub Ich glaube, dass sehe ich genau anders herum: Journalismus machen sollte immer free license und open source sein! Journalistische Techniken und die Verantwortung schon in der Schule vermitteln! Non profit Journalismus pushen. Nicht mehr Elite, sondern viel viel weniger. Viel zu radikal, ich weiß :)

    6. Alexander Sängerlaub
      Alexander Sängerlaub · Erstellt vor 12 Tagen · Bearbeitet vor 9 Tagen

      @Magdalena Taube Eigentlich bin ich ganz bei dir. Journalistisches Wissen, Techniken und Verantwortung – gerne für alle – auch open source und for free! Dürfen auch alle gerne mitreden und mitdiskutieren, aber in den Institutionen mehr Qualität durch eine geschützte Berufsbezichnung – finde ich trotzdem nicht schlecht. ;)