Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Medien und Gesellschaft

Alle meckern gegen das NetzDG – doch der übertriebene Schaum vor dem Mund ist nicht berechtigt

Alexander Sängerlaub
Publizist, Journalist, Utopist

Programmleiter Zukunft des Journalismus am Bonn Institute & Direktor futur eins

Zum piqer-Profil
Alexander SängerlaubDienstag, 16.01.2018

Seit dem 01. Januar 2018 ist das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz (kurz NetzDG) in Kraft, welches den Umgang mit Hate Speech in den sozialen Netzwerken regelt und ebendiese Plattformen zum schnelleren Löschen bei der Androhung drakonisch hoher Strafen zwingt.

Stefan Niggemeier versucht auf Übermedien die (teilweise durchaus berechtigte) Kritik von der Schaum-vor-dem-Mund-Kritik zu trennen. Denn die Netzwerke sind schon immer laut Telemediengesetz verpflichtet rechtswidrige Inhalte zu löschen – und diese Beurteilung der Rechtswidrigkeit obliegt den Plattformen selbst.

Mit allerlei tollwütiger Kritik wird nun von der AfD bis zum Bild-Chefredakteur Julian Reichelt gegen das NetzDG gewettert, da es die Meinungsfreiheit beschränken würde. Doch an den bisherigen Löschungen bzw. Teilsperrungen bspw. auch des Twitter-Accounts der Satirezeitschrift "Titanic" oder der Aktionskünstlerin "Barbara" sei nicht das Gesetz schuld (das diese Sperrungen gar nicht vorsieht), sondern die schlechte Umsetzung mittels vorauseilenden Gehorsams der Plattformen, argumentiert Niggemeier.

Der Radikalismus, mit dem hier und an vielen anderen Stellen jetzt dafür plädiert wird, dass die Unternehmen keine eigene Verantwortung wahrnehmen sollen und dürfen für das, was auf ihren Plattformen passiert, ist besonders verblüffend, wenn man sich an die Diskussion der vergangenen Jahre erinnert. Da standen Facebook und Twitter vor allem in der Kritik, weil sie gerade nicht gegen solche Inhalte vorgingen.

Dass dabei am Ende ausgerechnet Politiker wie Beatrix von Storch, deren Twitteraccount kurz nach Silvester aufgrund zweifelhafter Aussagen über die Polizei ebenfalls gesperrt wurde, zur Märtyrerin der Meinungsfreiheit stilisiert wird, ist vor allem ein Problem der medialen Berichterstattung. 

Natürlich muss das NetzDG kritisch begleitet werden, um zu schauen, wo es taugt und wo nicht – aber bitte mit weniger Schaum!


Alle meckern gegen das NetzDG – doch der übertriebene Schaum vor dem Mund ist nicht berechtigt

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt kostenlos Mitglied!

Kommentare 1
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · vor mehr als 4 Jahre

    Großartig! Insbesondere den von dir zitierten Absatz kann man gar nicht genug unterstreichen. Ich bin immer wieder aufs Neue verblüfft, wie die sonst so plattformkritische Netzszene in der Diskussion Facebook & Co. nach dem Mund redet.

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Medien und Gesellschaft als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.