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Liebe, Sex und Wir

Nils Pickert
Freier Journalist. Autor. Aktivist. Internetmeme. Feminismus und so. Turngerät von vier Kindern.
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piqer: Nils Pickert
Donnerstag, 13.10.2016

Lesben müssen nicht lecken wollen

Das merkwürdige Interesse vieler heterosexueller Männer an dem, was sie für lesbische Sexualität halten, beschäftigt mich schon seit längerem. Dass da Menschen etwas miteinander machen, was nicht auf Männer gerichtet und für sie bestimmt ist, scheint verwirrend und schwer aushaltbar zu sein. Mann weiß nichts genaues, möchte aber gerne umfassend informiert werden und glaubt zudem, ein Anspruch darauf zu haben. Als Surrogat hält dann häufig das her, was in der Mainstream Pornographie als lesbischer Sex inszeniert wird. Oder Männermagazine, in denen interessierte Herren etwas von Lesben™ lernen können. Von schwulen Männern selbstverständlich nicht. Nachher verschwult Mann bei der Lektüre selber noch und ... (hier bitte weiteren homophoben Schwachsinn einfügen).

Doch auch jenseits davon werden entsprechende Klischees zelebriert. Ich erinnere mich an eine Folge Sex and the City, in der Samantha zunächst "jetzt lesbisch ist" und sich später bei ihren Freundinnen über ihre Partnerin beschwert. Dieses ständige Baden. Überall Kerzen, stundenlange Gespräche, Kuschelsex. Lesben sind halt so.

Oder eben nicht wie Eva-Maria Tepest für das Missy Magazin aufgeschrieben hat. Auch außerhalb einer Lesbisch-sein-Box aus "softer Weiblichkeit und handzahmer Lust" findet lesbische Identität und Sexualität statt. Und es ist wichtig, das klarzustellen, um einer Vereinnahmung entgegenzuwirken. Tespest fasst das am Schluss ihres Textes ganz wunderbar zusammen.

Lesbische Sexualität befindet sich nicht in einem kerzenbeschienenen Vakuum. Sie ist voll von Ängsten, Zögern, Unwissenheit und Wut. Sie spiegelt Gesellschaft wider, und sie funktioniert wie alle Sexualitäten über Macht und Unterwerfung.

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