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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Dienstag, 28.03.2017

Wie der Mensch den Jetstreams stocken lässt

Die Veränderungen in den Höhenluftströmungen sind mutmaßlich an der Entstehung von sommerlichen Extremwetterereignissen wie Hitzewellen oder Überschwemmungen verantwortlich. Das ist Ergebnis einer Analyse des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), die in der Fachzeitschrift Scientific Report erschienen ist.

Es geht um den Jetstream - übersetzt „Stahlstrom" - eine Luftströmung in 8 bis 12 Kilometern Höhe:  Diese bewegt sich in Wellenform von Westen nach Osten und ist für das Wetter maßgeblich. Angetrieben werden diese Strömungen größtenteils von Temperaturunterschieden zwischen dem Äquator und den Polen. Weil sich aber die Arktis immer stärker erwärmt, kommt dieser Antriebsmechanismus außer Atem.

Einer der an der Studie beteiligten Wissenschaftler ist Stefan Rahmstorf, Professor am PIK. Dem Deutschlandfunk sagt er:

„Wir haben untersucht, dass unter bestimmten Bedingungen diese Wellen sich sehr groß aufschaukeln können und dann auch zum Stehen kommen. Normalerweise bewegen die sich vorwärts von West nach Ost. Und das bringt dann jeweils extreme Wetterbedingungen am Boden. Beispiele bei uns: Elbeflut 2002, Jahrhundertsommer 2003 oder auch Rekordfluten an Elbe und Donau im Jahr 2013".

Auch die Flut in Pakistan 2010und die Dürre in Kalifornien 2015/16 sind Folge dieses Phänomens.

Die Forscher hatten historische Temperaturmessungen seit 1870 mit aktuellen Satellitendaten abgeglichen und dabei rekonstruiert, dass genau diese Konstellationen speziell in den vergangenen Jahrzehnten viel häufiger auftreten. Daher liege ein Zusammenhang mit dem menschengemachten Klimawandel nahe. Rahmstorf erklärt, „diese Situationen, wo die Wellen im Strahlstrom größer werden", würden als Folge der Erwärmung häufiger auftreten.

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