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Klima und Wandel

Was Regierungen nicht im IPCC-Bericht sehen wollen

Daniela Becker
Umweltwissenschaftlerin und Journalistin

"Wie kann die Klimakrise gelöst werden?" ist die Frage, die mich beruflich am meisten beschäftigt. Ich bin Mitglied von RiffReporter, einem Autorenkollektiv und einer Genossenschaft für freien Journalismus.

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Daniela BeckerDonnerstag, 21.10.2021

Der Weltklimarat veröffentlicht regelmäßig Sachstandsberichte, die das Wissen zur Klimakrise zusammentragen. Diese Berichte werden von den Regierungen herangezogen, um zu entscheiden, welche Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels erforderlich sind.

Kurz vor der COP 26 sind nun zahlreiche Dokumente veröffentlich worden, die zeigen, welche Regierungen welche Empfehlungen in dem Bericht nicht sehen wollen. 

An adviser to the Saudi oil ministry demands "phrases like 'the need for urgent and accelerated mitigation actions at all scales…' should be eliminated from the report".

One senior Australian government official rejects the conclusion that closing coal-fired power plants is necessary, even though ending the use of coal is one of the stated objectives the COP26 conference.
Saudi Arabia is the one of the largest oil producers in the world and Australia is a major coal exporter.

A senior scientist from India's Central Institute of Mining and Fuel Research, which has strong links to the Indian government, warns coal is likely to remain the mainstay of energy production for decades because of what they describe as the "tremendous challenges" of providing affordable electricity. India is already the world's second biggest consumer of coal.

Das ist wenig überraschend, schließlich geht es hier um sehr viel Geld und Haupteinnahmequelle einiger Länder. Aber es ist wichtig im Kopf zu behalten, wenn „Lösungen“ diskutiert werden, die nichts mit dem Ende des Verbrennens fossiler Brennstoffe zu tun haben.

Eine Reihe von Ländern befürwortet etwa Technologien zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid im Untergrund (CCS): Saudi-Arabien, China, Australien und Japan - allesamt große Erzeuger oder Nutzer fossiler Brennstoffe.

Saudi-Arabien, der größte Erdölexporteur der Welt, fordert die UN-Wissenschaftler auf, ihre Schlussfolgerung zu streichen, dass "der Schwerpunkt der Dekarbonisierungsbemühungen im Bereich der Energiesysteme auf einer raschen Umstellung auf kohlenstofffreie Quellen und einem aktiven Ausstieg aus fossilen Brennstoffen liegen muss".

Argentinien, Norwegen und die Opec sind ebenfalls gegen die Erklärung. Norwegen argumentiert, die UN-Wissenschaftler sollten die Möglichkeit von CCS als potenzielles Instrument zur Reduzierung der Emissionen aus fossilen Brennstoffen zulassen.

Der Berichtsentwurf räumt ein, dass CCS in der Zukunft eine Rolle spielen könnte, sagt aber, dass es Ungewissheiten über die Machbarkeit gibt. Dem Bericht zufolge besteht große Unklarheit darüber, inwieweit fossile Brennstoffe mit CCS mit den 2Grad- und 1,5Grad-Zielen des Pariser Abkommens vereinbar wären.

Brasilien und Argentinien, zwei der weltweit größten Erzeuger von Rindfleischprodukten und Futtermitteln, widersprechen nachdrücklich den in dem Berichtsentwurf enthaltenen Beweisen, dass eine Verringerung des Fleischkonsums notwendig ist, um die Treibhausgasemissionen zu senken.

Muss man sich also Sorgen über die Neutralität des finalen IPCC-Berichts machen?

Professor Corinne le Quéré of the University of East Anglia, a leading climate scientist who has helped compile three major reports for the IPCC, has no doubts about the impartiality of the IPCC's reports.
She says all comments are judged solely on scientific evidence regardless of where they come from.

"There is absolutely no pressure on scientists to accept the comments," she told the BBC. "If the comments are lobbying, if they're not justified by the science, they will not be integrated in the IPCC reports."
She says it is important that experts of all kinds - including governments - have a chance to review the science.

"The more the reports are scrutinised", says Professor le Quéré, "the more solid the evidence is going to be in the end, because the more the arguments are brought and articulated forward in a way that is leaning on the best available science".


Was Regierungen nicht im IPCC-Bericht sehen wollen

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Kommentare 3
  1. Daniela Becker
    Daniela Becker · vor 2 Monaten

    Auf Twitter äußern sich einige kritisch über den Text, vermutlich weil sie befürchten dass damit der IPCC als Instanz ins Wanken gebracht werden könnte. Es ist wichtig zu beachten, dass es sich wirklich nur um den Entwurf eines Assessment Report handelt. Kommentare sind normal und müssen nicht akzeptiert. Ich finde allerdings, dass das aus dem BBC-Text klar hervor geht und hoffentlich auch aus meinem Piq. werdenhttps://twitter.com/JenIrisAllan/status/1451076156724240384?s=20

    1. Jürgen Klute
      Jürgen Klute · vor 2 Monaten

      Ja, für mich ist es klar geworden. Auf der anderen Seite ist doch klar, dass es Widerstand geben wird von denen, die infolge einer wirksamen Klimapolitik in die wirtschaftliche und vermutlich damit auch politische Bedeutungslosigkeit rutschen werden. Saudi Arabien lebt allein vom Öl. Die geostrategischen Konzepte der führenden westlichen Industriestaaten sind auf die Bedeutung des Öls als Grundlage der Wirtschaft ausgerichtet. Wenn es in 10, 15 Jahren einen Ausstieg aus der fossilen Enerproduktion gibt, dann verliert Saudi Arabien seine Einnahmen und seine politische Relevanz. Dass das Widerstände erzeugt, sollte doch niemanden überraschen. Insofern repräsentieren die Kommentierungen den Konflikt um die Energiewende ganz zutreffend. Das kann und darf mensch nicht ignorieren. Ganz im Gegenteil. Ob eine schnelle klimapolitische Wende gelingt, hängt davon ab, wie dieser Konflikt ausgeht. Und je transparenter er ausgefochten wird, um so größer ist die Chance, dass die Verteidiger des Status Quo, die ihre Interessen vertreten, sich nicht durchsetzen werden.

  2. Jürgen Klute
    Jürgen Klute · vor 2 Monaten

    Das war zu erwarten. Schließlich bedeutet eine wirksame Klimapolitik, den Ländern und Unternehmen, die bisher von der fossilen Energieproduktion leben, ihre wirtschaftlich Basis zu entziehen. Das wird auf globaler Ebene zu erheblichen wirtschaftlichen und politischen Machtverschiebungen führen. Aber bisher gab es wenig konkrete Infos dazu. Also besten Dank für den Hinweis auf diesen Artikel.

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