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Klima und Wandel

Was ist stärker: Egoismus oder Moral? Und was heißt das fürs Klima?

Alexandra Endres
Journalistin
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Alexandra EndresSonntag, 21.03.2021

Es ist ein interessantes Experiment: An der Uni Köln baten Ökonomen rund 1.000 Studierende, ihnen ein paar schriftliche Fragen zu beantworten. Dafür konnten die Teilnehmenden entweder ein wenig Geld gewinnen oder sie hatten die Chance, im europäischen Emissionshandel Verschmutzungsrechte für eine Tonne CO2 zu kaufen und stilllegen zu lassen – eine Aktion, die den Ausstoß der Industrie direkt reduziert hätte. 

Die Forscher erhielten durch das Experiment Daten, die ihnen zeigten, was die Studierenden bevorzugten: Geld für sich selbst oder Klimaschutz für alle?

Indem sie die Rahmenbedingungen variierten, konnten sie vergleichen, wie unterschiedliche Anreize auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wirkten. Das lieferte ihnen Hinweise darauf, wie man einen CO2-Preis in der Praxis gestalten sollte: als Steuer oder in Form eines Emissionshandels?

Das Ergebnis hat Christopher Schrader für die RiffReporter (die hier auch als piqer unterwegs sind) aufgeschrieben und umfassend eingeordnet. Die Kurzfassung:

Eine Verhaltensstudie zeigt, dass CO2-Steuern bei moralisch handelnden Menschen einen deutlich stärkeren Impuls für das freiwillige Einsparen von Treibhausgasen setzen als ein CO2-Emissionshandel. Dabei frustriert ein solcher Verkauf von Zertifikaten an der Börse und bei Auktionen nicht nur Unternehmen und Bürger:innen, die mehr wollen als ihren eigenen Profit zu maximieren. Ohne staatlichen Eingriff produziert er sogar unerwünschte Marktsignale.

(...)

Denn viele reizen in der Marktwirtschaft eben nicht ihren monetären Vorteil aus, sondern verfolgen – etwa in Unternehmen der Gemeinwirtschaft, in sozialen Berufen oder als grün gesinnte Bürger:innen – auch andere Ziele: Gesundheitsversorgung gerade in Corona-Zeiten, soziale Gerechtigkeit oder Klimaschutz.

Wenn sie aber den Eindruck gewinnen, ihr Engagement führe nur dazu, dass andere weniger tun, verändere also nichts am Endergebnis, dann senkt das naturgemäß den Anreiz, sich weiterhin einzusetzen. Genau das könnte in einem Emissionshandelssystem passieren, befürchtet der Klimaökonom Ottmar Edenhofer, einer der Forscher hinter dem Kölner Experiment.

Dessen Ergebnis scheint Edenhofers Befürchtungen zu bestätigen: Das Engagement der Studierenden in Köln hing stark davon ab, wie ihnen die Sache mit dem CO2-Preis dargestellt wurde. Rahmenbedingungen, die einer Steuer entsprechen, förderte moralisches Verhalten eher.

In der Politik geht der Trend derzeit allerdings eher in Richtung eines Emissionszertifikatehandels.

Was ist stärker: Egoismus oder Moral? Und was heißt das fürs Klima?

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Kommentare 1
  1. Leon Leuser
    Leon Leuser · vor 24 Tagen

    Spannendes Ergebnis, gerade auch jemanden wie Herrn Edenhofer, der sich ja immer wieder für den Zertifikatehandel stark gemacht hat. Ich bin gespannt auf den Artikel. Denn einen CO2-Preis sollte aus meiner Sicht in jedem Falle geben. Und ein Projekt wie von compensators finde ich eigentlich ganz spannend. Hier würde ich eher meine Emissionen "kompensieren" als mit irgendwelchen Projekten bei denen am anderen Ende der Welt vielleicht ein Wald aufgeforstet wird und ich aber nichts über die Nebenwirkungen erfahre.

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