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Klima und Wandel

Alexandra Endres
Journalistin und Volkswirtin
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piqer: Alexandra Endres
Samstag, 13.04.2019

Klimaschutz braucht einen CO2-Preis – aber wie kann der konkret funktionieren?

Im Prinzip sind sich Klimaökonomen einig: Wollen wir im Klimaschutz weiterkommen, brauchen wir einen CO2-Preis. Aber danach wird es tricky.

Reden wir über Deutschland: Energie wird hier schon besteuert, und zwar unterschiedlich, je nachdem, ob es um Heizöl, Kohle oder Benzin geht. Wie müsste ein CO2-Aufschlag hier aussehen? Muss man den Verkehrssektor anders besteuern als Gebäude, um Emissionen schnell zu reduzieren? Reicht es, wenn nur Deutschland das tut, oder müsste nicht zumindest die EU mitziehen? Wie passt das Emissionshandelssystem da rein? Und, last not least: Was tun mit den Einnahmen?

Felix Matthes, Forschungskoordinator Energie und Klima des Öko-Instituts, befasst sich im Energie-Background des Tagesspiegel mit diesen fünf Fragen. Einfache Antworten gibt er nicht, aber wichtige Hinweise. Er schreibt:

Werden die (bestehenden) Energie- in CO2-Steuersätze umgerechnet, so ergibt sich für leichtes Heizöl eine indirekter CO2-Steuersatz von 23 Euro je Tonne CO2, für Erdgas von 30 Euro und für Kohle von 3,50 Euro.

Für Motorkraftstoffe liegt der Steuersatz im dreistelligen Bereich, für Strom etwa bei 90 Euro je Tonne CO2. Matthes' These: Eine CO2-Steuer müsste die Verzerrungen abbauen. Ein einfacher Aufschlag auf die bestehenden Steuersätze ist wenig sinnvoll.

Die zweite Komplikation: Lehrbücher empfehlen oft einen einheitlichen CO2-Preis. Aber im Stromsektor könnten mit relativ niedrigen CO2-Preisen "gravierende Emissionsminderungen bewirkt werden", im Gebäude- und Verkehrssektor aber müssten die Preise viel höher sein. Zugleich drängt die Zeit.

Was drittens die internationale Koordination betrifft, empfiehlt Matthes ein gemeinsames Vorgehen von willigen EU-Staaten.

Die Ausweitung des Emissionshandels – viertens – hält er für sehr komplex. Eine CO2-Steuer sei "wahrscheinlich sinnvoller". 

Schließlich: Was tun mit dem Geld? Soll man soziale Härten ausgleichen? Innovationen fördern? Firmen kompensieren? Hier sagt Matthes: Die politische Akzeptanz entscheidet.

Klimaschutz braucht einen CO2-Preis – aber wie kann der konkret funktionieren?
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Kommentare 3
  1. Georg Wallwitz
    Georg Wallwitz · Erstellt vor 7 Monaten ·

    Jedenfalls ist es eine sehr viel bessere Idee, eine Steuer auf das ungewünschte Nebenprodukt privaten Handelns zu erheben, als konkrete Technologien zu fördern. Der Staat ist gut beraten, sich aus den Details herauszuhalten. Das Verfehlen der Klimaziele hat viel mit damit zu tun, dass der Staat bestimmte Technologien wie den Diesel gefördert hat, von denen sich dann herausgestellte, dass sie nicht das gewünschte Ergebnis gebracht haben. Ein hübscher Artikel dazu ist in den letzten Tagen in der Financial Times erschienen von Tim Harford (leider hinter einer Paywall): https://www.ft.com/con...

    1. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · Erstellt vor 7 Monaten ·

      Aber so richtig skalierbar ist das nicht, oder? Wenn der Staat häufiger Steuern als Peitsche nutzt, stünden die Menschen sehr bald auf den Barrikaden. Steuern kommen unmittelbar bei den WählerInnen an. Von Subventionen bekommen diese dagegen eher selten etwas mit. Die CO2-Steuer halte ich inzwischen für vermittelbar, aber das ist die große Ausnahme.

    2. Georg Wallwitz
      Georg Wallwitz · Erstellt vor 7 Monaten ·

      @Frederik Fischer Der Gelbwesten-Protest in Frankreich hat sich ja an einer CO2-Steuer entzündet. Wir Städter sind gut beraten, darüber nachzudenken, dass die ländliche Bevölkerung erheblich CO2-intensiver lebt (insbesondere Heizung und Verkehr) und daher stärker betroffen ist.
      Insofern kann ich Dir zustimmen: Auf dem Papier ist es einfacher als in der Praxis. Aber wenn man Verhalten ändern möchte, ist es mühsam. Die CO2-Steuer ist so schön, weil sie auf allen Ebenen wirkt und der CO2-Verbrauch (jedenfalls theoretisch) nicht plötzlich an anderer Stelle wieder auftaucht ...

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