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Klima und Wandel

Ist beim Spiegel ab jetzt immer Klimakrise?

Leonie Sontheimer
Freie Journalistin
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Leonie SontheimerDonnerstag, 29.10.2020

#Klimakrise ist nicht nur, wenn es die Nachrichtenlage gerade zulässt – sondern immer.

Das schrieb Kurt Stukenberg, stellvertretender Leiter des Wissenschaftsresorts beim Spiegel, am Montag auf Twitter, und präsentierte die neue Klimaoffensive seines Hauses: Eine neue Rubrik namens Klimakrise, ein Newsletter mit dem Namen "Unter Zwei" (dazu unten mehr) und ein Grafik-Element, das in Echtzeit wichtige Zahlen zur Klimakrise abbildet, Klimabericht genannt. Außerdem erschien am Dienstag ein SPIEGEL-Spezial mit dem Titel "Aufbruch nach Utopia. So retten wir Umwelt und Wohlstand. Ein Lösungsheft". 

In dem hier empfohlenen Beitrag begründet Spiegel-Chefredakteurin Barbara Hans die Offensive:

Als publizistisches Megathema sprengt der Klimawandel die Grenzen einer klassischen Ressortlogik – und verdient besondere Aufmerksamkeit. Zu kaum einem gesellschaftspolitischen Thema ist der Bedarf an Wissen und Einordnung so groß, kaum ein Thema durchdringt alle gesellschaftlichen Bereiche mit solcher Wucht und Unnachgiebigkeit.

Die ganze Offensive ist ziemlich bold, also fett gedruckt. Tatsächlich muss man eine ganze Weile lang scrollen, bevor man auf der Startseite bis zum grafischen Klimabericht vordringt. Und die neue Rubrik speist sich mit Texten aus anderen Ressorts zum Thema. Alles in allem bin ich sehr gespannt, wie sich diese Aktion weiter entwickeln wird.

Dass die Frage, inwiefern Medien die Klimakrise zum großen Thema machen, gesellschaftliche Relevanz hat, sollte klar sein. Zuletzt hatte es von Fridays for Future große Kritik an der Berichterstattung über die Agrarreform gegeben. Vor allem der Link zur Klimafrage wurde der Bewegung zu selten hergestellt und kritisch analysiert. "Atemberaubend bei all dem ist das Medienschweigen im Vorfeld und die lapidare Berichterstattung im Nachgang", schrieb Luisa Neubauer auf Twitter und sorgte für einige beleidigte Antworten von Medienvertreter*innen.

"Unter Zwei":

Einen letzten Punkt im Bezug auf die Spiegel-Offensive möchte ich Ihnen nicht vorenthalten; Journalistin Sara Schurmann (die sich im September mit einem offenen Brief für eine bessere Klimaberichterstattung stark gemacht hat) kritisierte auf Twitter, der Spiegel suggeriere mit der Benennung des Newsletters und einzelnen Elementen im Klimabericht, dass 2 Grad Celsius Erderwärmung das Ziel seien. Sie weist darauf hin, dass es hingegen das erklärte Ziel von Paris sei, (weit) unter zwei Grad zu bleiben und empfiehlt deshalb, vom 2-Grad-Limit zu schreiben. Ich finde das einen wichtigen Hinweis.

Ist beim Spiegel ab jetzt immer Klimakrise?

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Kommentare 21
  1. Andreas P.
    Andreas P. · vor 11 Monaten · bearbeitet vor 11 Monaten

    Klingt nach einer, zumindest klar gekennzeichneten, nicht-journalistischen Propagandazone. Früher gab es ja mal getrennt voneinander "Nachricht" und "Meinung". Nachdem das in Deutschland un-unterscheidbar zusammengeflossen ist, gibt es beim Spiegel jetzt wohl die Kategorien: "Nachricht mit Meinung/Propaganda" und "nachrichten-freie Propaganda".

    1. Maximilian Rosch
      Maximilian Rosch · vor 11 Monaten

      Ich stelle mir da zwei Fragen: Warum schätzt du es als nicht-journalistisch ein? Und warum sollte es sich dabei um Propaganda handeln, welches Interesse verfolgt der Spiegel deiner Meinung nach mit der verstärkten Thematisierung der Klimakrise?

    2. Andreas P.
      Andreas P. · vor 11 Monaten

      @Maximilian Rosch 1. Journalistisch bedeutet für mich auch ausgewogen, abwägend, evidenzbasiert und mit professionellem Abstand zum Thema. Die Überschrift alleine macht die Zielrichtung klar. Journalismus mit verengter Zielrichtung ist Propaganda.
      2. Die beiden typischen Ziele sind wohl Reichweite/Auflage und Beifall der Berufskollegen. Ob diese Ziele damit erreicht werden, kann ich nicht sagen. Ich lese selten weiter, wenn ich nach dem ersten Absatz den Rest eines Artikels gedanklich fertig schreiben könnte.

    3. Leon Leuser
      Leon Leuser · vor 11 Monaten

      @Andreas P. Lieber Andreas, welche Überschrift meinst du denn? "Unter 2 Grad" oder "Klimakrise"? Für erstere gibt es mit dem völkerrechtlich verbindlichen Parisabkommen einen guten Grund und selbst für letztere aufgrund aktueller Forschungsergebnisse auch genug Evidenz. Oder erwartest du vom Spiegel, dass er weiterhin auch Artikel zu der verschwindend kleinen Minderheit jener gibt, die die Klimawissenschaft in Zweifel ziehen?

    4. Andreas P.
      Andreas P. · vor 11 Monaten · bearbeitet vor 11 Monaten

      @Leon Leuser Dir ist klar was ich meine, das muss ich nicht erläutern. Erwartest Du in den Rubriken irgendeinen Beitrag, der Deine Meinung NICHT bestätigt oder hoffst Du ein Argument zu lesen, dass Du noch NICHT kanntest?

      Kann man ja alles machen, man sollte es nur nicht mit Journalismus verwechseln.

    5. Toby Weber
      Toby Weber · vor 11 Monaten

      @Andreas P. Ist es nicht genau dann sogaer guter Journalismus, wenn eine Presseorgan ein Thema setzt, transparent und klar dazu Stellung bezieht und in diesem Kontext recherchiert und aufzeigt was gut und weniger gut läuft (sprich in der Bekämpfung der Klimakrise)? @Andreas P.

    6. Andreas P.
      Andreas P. · vor 11 Monaten

      @Toby Weber Das ist eine schöne Beschreibung von gutem Aktivismus, nicht jedoch von gutem Journalismus.

    7. Toby Weber
      Toby Weber · vor 11 Monaten

      @Andreas P. Selbst wenn es Aktivismus wäre, was wäre dagegen einzuwenden, wenn, faktisch belegt, großes Unheil droht? Entscheidend ist doch, dass die Verblendung ausbleibt.

    8. Andreas P.
      Andreas P. · vor 11 Monaten · bearbeitet vor 11 Monaten

      @Toby Weber Ich hab ja nichts dagegen, freue mich sogar darüber. Früher gab es mal Nachricht und gekennzeichnet an anderer Stelle Meinung. Das war professioneller Journalismus. Mittlerweile ist Nachricht und Meinung ein Brei. Mit den neuen Rubriken wird das besser. Der Werbeblock ist gekennzeichnet und man kann vorspulen. Das ist ein Schritt vorwärts gegenüber reinem product Placement. Was ich mir wünschen wurde und was das Konzept noch besser machen würde, wäre sämtlichen Aktivismus ausschließlich in die neuen Rubriken zu schieben. Dann würde der Rest entschlackt und könnte wieder klassischen guten Journalismus bieten, was der Spiegel ja mal konnte. Und alle, denen der tägliche Blick auf https://extinctionrebe... nicht reicht hätten trotzdem ihren Sandkasten. Nur Gewinner. Eine tolle Sache.

    9. Christoph Zensen
      Christoph Zensen · vor 11 Monaten · bearbeitet vor 11 Monaten

      @Andreas P. Bei Nachrichten gibt es ja immer mindestens die *Meinung*: Das ist wichtig, das ist relevant.

      Das bekommt man da nicht raus.

      Siehst du es auch als Propaganda, wenn die Tagesschau die Arbeitsmarktzahlen und den Wirtschaftsstandort Deutschland so stark berichtet?

      Das würde vielleicht helfen, um deinen Propagandabegriff klarer zu machen.

    10. Andreas P.
      Andreas P. · vor 11 Monaten

      @Christoph Zensen Verstehe die Frage nicht. Eine gemessene Zahl ist ein Fakt. Diese Zahl zu nennen ist eine reine Nachricht. Sie zu interpretieren geht Richtung Meinung. Sie ohne Beschreibung der Präzision, Messgenauigkeit und Art der Messung zu nennen geht auch in Richtung Meinung. Mein Punkt ist nicht die technische Abgrenzung von Tatsache und Meinung, sondern ein anderer:

      Ich bin reiner Konsument von Medien. Und als solcher hätte ich hätte, in einer idealen Presse, am liebsten drei gekennzeichnete Kategorien: (1) Nachricht/Tatsache, (2) Meinung/Kommentar und (3) Bullshit/Propaganda/Durchhalteparolen. Dann könnte ich entscheiden was ich lese und wie ich mir eine eigene Meinung bilden kann. Ich müsste nicht die ganze Zeit im Kopf aussortieren und quer über das Spektrum und die Länder lesen wenn ich ein Thema verstehen will. Dieser Mischmasch mit Haltung, Bevormundung, nudging, etc. erschwert es, den eigentlichen Zweck (Vermittlung der nackten Grundlagen um sich eine eigene Meinung zu bilden) zu erreichen. Viele Artikel dienen nicht diesem Zweck. Aus dieser Perspektive finde ich den Schritt des Spiegel einen Schritt in die richtige Richtung. Mit der Überschrift Klimakrise muss ich es nicht mehr lesen, da ich vorher weiß das nichts drinstehen wird, was neu ist. Das ist wohl eher ein Kollateralnutzen als gewollt.

    11. Christoph Zensen
      Christoph Zensen · vor 11 Monaten

      @Andreas P. Also damit ich dich richtig verstehe, wenn die Tagesschau ab sofort täglich prominent den aktuellen PPM-Wert der Co2-Konzentration in der Atmossphäre berichtet, dann wäre das für dich Faktenbereichterstattung und du völlig einverstanden?

      Cool 🤗

    12. Andreas P.
      Andreas P. · vor 11 Monaten

      @Christoph Zensen Derartige Polemik passt wunderbar in die Propagandaecke. Der Schreiber fühlt sich besser und die Clacquere finden es gleich, ohne zu suchen.
      Ich würde gerne bei sowas jeweils meine Antwort nicht drunterschreiben müssen, sondern mitlesen, und wenn nicht soll es in die Propagandaecke:
      https://www.piqd.de/kl...
      https://www.piqd.de/kl...
      Oder hier würde ich mir wünschen, dass die Aussage nicht nachgeschärft und verfälscht wird durch mutwilliges weglassen.
      https://www.piqd.de/kl...

      Bei der Tagesschau würde ich mich schon freuen, wenn das Thema nicht jeden Tag gehämmert wird, so richtig viel Neues zu berichten gibt es doch gar nicht. Vieles ist oft nur „newsworthy“ weil jemand auf einer Mission ist. Darf ja jeder sein, fühlt sich für Konsumenten wie mich aber an wie ständige Zwangswerbung.

      Wahrscheinlich hat Robert Dobelli recht und Nachrichten zu verfolgen ist für den einzelnen Menschen einfach völlig nutzlos. Das wäre für die Macher das ultimative Scheitern am eigenen Anspruch.

      Oder siehst Du außer der jeweiligen Mission und der Wirkung aufs eigene Ego, dieser enthusiastisch zu folgen, irgendeinen Mehrwert solcher „Nachrichten“? Was ist der Nutzen für den einzelnen Adressaten (nicht alle als kollektiv und nicht der Planet bitte)? Ich tu mir da schwer, einen zu finden.

      PS: Eine ernsthafte Antwort wäre schön, wir sind ja nicht in der Propagandaecke, oder?

    13. Christoph Zensen
      Christoph Zensen · vor 11 Monaten · bearbeitet vor 11 Monaten

      @Andreas P.
      Du schriebst:
      "Eine gemessene Zahl ist ein Fakt. Diese Zahl zu nennen ist eine reine Nachricht"

      Jetzt gilt das doch nicht mehr und du gibst weitere Kriterien hinzu.

      Ist ja auch richtig. Deine erste Fassung ist zu einfach.

      Deswegen wiederhole ich meinen Kommentar von oben nochmal:

      Bei Nachrichten gibt es ja immer mindestens die *Meinung*: Das ist wichtig, das ist relevant, das ist newsworthy.

      Das bekommt man da nicht raus.

      Siehst du es auch als Propaganda, wenn die Tagesschau die Arbeitsmarktzahlen und den Wirtschaftsstandort Deutschland so stark berichtet?

    14. Andreas P.
      Andreas P. · vor 11 Monaten · bearbeitet vor 11 Monaten

      @Christoph Zensen Nein zu Arbeitslosenzahlen. Kommt drauf an zu Wirtschaftsstandort.
      Ps: das ist immer noch Polemik.

    15. Christoph Zensen
      Christoph Zensen · vor 11 Monaten

      @Andreas P. "Nein zu Arbeitslosenzahlen"

      Begründung?

    16. Andreas P.
      Andreas P. · vor 11 Monaten

      @Christoph Zensen Jetzt beantwortest Du bitte erst mal meine Frage.

    17. Christoph Zensen
      Christoph Zensen · vor 11 Monaten · bearbeitet vor 11 Monaten

      @Andreas P. Ok

      "wir sind ja nicht in der Propagandaecke, oder?"

      --> Nein

      Jetzt du wieder 😘

      P.S. Ich hätte gedacht, du hättest vielleicht ein Interesse daran, dein Konzept von Information, Meinung und Propaganda etwas fundierter zu definieren. Es ist ja alles andere als offensichtlich.

    18. Andreas P.
      Andreas P. · vor 11 Monaten

      @Christoph Zensen Du konntest es verstehen, wenn du es verstehen wolltest. Schau dir die Beispiele an.

    19. Christoph Zensen
      Christoph Zensen · vor 11 Monaten

      @Andreas P. Gut, dann halt nicht. Ich bin raus 👋

    20. Andreas P.
      Andreas P. · vor 11 Monaten

      @Christoph Zensen Ich denke eher zu tief drin, aber sei’s drum

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