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Klima und Wandel

Nick Reimer
diplomierter Energie- und Umweltverfahrenstechniker, Wirtschaftsjournalist und Bücherschreiber
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piqer: Nick Reimer
Montag, 09.11.2015

Globaltemperatur 2015: Ein Grad sind nun erstmals überschritten

Hiobsbotschaft des britischen meteorologischen Dienstes: Demnach war das Jahr 2015 bislang 1 Grad wärmer als die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts - also jener Zeit, die als "vorindustrielle Reverenzperiode" in der Klimawissenschaft als Basis genommen wird. 2015 ist auf bestem Weg, das wärmste Jahr zu werden, dass seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert wurde. Die Meteorologen machen das Wetterphänomen El Niño einerseits für die neue Rekordmarke verantwortlich, andererseits die zunehmende Verschmutzung der Atmosphäre mit Treibhausgasen.

"Starke El Niños haben die Meteorologen auch schon in der Vergangenheit registriert", erklärt Stephen Belcher vom Met Office. "Aber nie stieg die Temperatur bis zur die Ein-Grad-Schwelle - ein klares Zeichen für den zunehmenden Einfluss des Menschen auf das Klima."

Ein Grad wärmer bedeutet, dass die Hälfte zum Zwei-Grad-Ziel bereits erreicht ist: Die Weltgemeinschaft hatte auf dem Klimagipfel COP 10 im mexikanischen Cancún 2010 beschlossen, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Jenseits von zwei Grad treten so genannte Kippelemente auf, die die Erderwärmung verselbständigen.

Auf Drängen vor allem der Allianz der kleinen Inselstaaten AOSIS war damals ein Passus in den Beschluss eingefügt worden, dass bis zur diesjährigen Klimakonferenz überprüft werden soll, was notwendig ist, um die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Denn die Klimawissenschaft ist sich nur zu 70 Prozent sicher, dass bei einem Zwei-Grad-Limmit gefährliche Veränderungen im Weltklima ausgeschlossen werden können. 100 prozentige Sicherheit gebe es hingegen beim 1,5-Grad-Ziel.

Zur Meldung der Briten passt ein Bericht der Welt-Meteorologie-Organisation WMO, der heute vor einer weiter steigenden Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre warnt. Diese sei im Frühling 2015 im globalen Durchschnitt erstmals über 400 ppm (parts per million) gestiegen. Der Treibhauseffekt hat der Organisation zufolge im Zeitraum von 1990 bis 2014 um 36 Prozent zugenommen.
Globaltemperatur 2015: Ein Grad sind nun erstmals überschritten
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