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Klima und Wandel

Der Abschied vom Erdölzeitalter

Alexandra Endres
Journalistin
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Alexandra EndresDienstag, 18.05.2021

Die Internationale Energieagentur IEA wurde einst gegründet, um die Versorgung der industrialisierten Welt mit Öl und Gas sicherzustellen. Die erste Ölkrise 1973 war gerade vorbei. Lange forderten die IEA-Fachleute nachdrücklich höhere Investitionen in neue Öl- und Gasfelder, weil es sonst zu Versorgungsengpässen komme. Das entsprach ihrem Auftrag.

Die IEA wird wegen ihrer Expertise in Energiefragen sehr geschätzt. Seit einiger Zeit spielt auch der Klimawandel in ihren Prognosen eine Rolle, der zunehmende Bedarf an klimafreundlicher Energie, und ebenso die Frage, welche Folgen die Klimaziele von Paris für die internationalen Energiemärkte haben.

Jetzt legt sie eine vollständige Kehrtwende hin und ruft den Abschied vom Erdölzeitalter aus:

Ab sofort sollen keine Investitionen in die Erschließung neuer Öl- und Gasvorkommen mehr erfolgen, fordern die Energieexperten aus Paris in einem neuen Bericht, der beschreibt, wie die Welt bis zur Mitte des Jahrhunderts ihre Emissionen an klimaschädlichem CO2 netto auf Null senken kann. Darin empfiehlt die IEA auch, ab dem Jahr 2035 den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor auf der ganzen Welt zu stoppen und den Bau weiterer konventioneller Kohlekraftwerke unmittelbar einzustellen.

Investitionen in laufende Öl- und Gasprojekte sollen allerdings weiter stattfinden. IEA Generaldirektor Fatih Birol sagt: Es gebe einen „tragfähigen Pfad“ hin zu einem klimaneutralen globalen Energiesektor, allerdings sei der "sehr schmal" und erfordere eine "noch nie dagewesene Transformation".

Dass die Klimaneutralität 2050 erreicht sein kann, scheint die IEA allerdings nicht zu glauben: Ihre Fachleute rechnen damit, dass die globale Nachfrage nach Erdöl bis 2050 um drei Viertel sinkt. Das ist viel, aber ein Viertel bleibt eben immer noch übrig. Weil mit der Öl- und Gasnachfrage aber auch der Preis der fossilen Rohstoffe sinkt, wird die Förderung vielfach zum Verlustgeschäft.

Der IEA-Bericht dient der Vorbereitung der nächsten Weltklimagipfels, der im November in Glasgow stattfinden soll. Die FAZ (dieser piq) ordnet seine Wirkung so ein:

Die Forderung der Energieagentur nach einem Investitionsstopp für neue Öl- und Gasvorkommen hat Signalwirkung: sie liefert den Gegnern der Ölindustrie, aber auch kritischen Aktionären, die auf eine entschlossenere Neuausrichtung der Energieunternehmen dringen, Argumente an die Hand.

Und Philip Litz, der für den Thinktank Agora Energiewende in Berlin die Transformation der Energiemärkte beobachtet, twittert:

"The big news today is not that new investment in fossil production and infrastructure is mainly stranded and incompatible with 1.5. The big news today is that the @IEA is spelling this out that clearly.... It is nothing less than a game changer."

Der Abschied vom Erdölzeitalter

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Kommentare 3
  1. Daniela Becker
    Daniela Becker · vor 7 Monaten

    Ich habe den Eindruck, dass außerhalb der Energie-Community nicht richtig verstanden wird, was eine solche Roadmap für ein Paukenschlag ist.

    1. Alexandra Endres
      Alexandra Endres · vor 7 Monaten

      Ja, das scheint mir auch so. Bin aber geneigt zu glauben, dass das die Wirkung der Roadmap nicht schmälert. Wie schätzt Du das ein?

    2. Daniela Becker
      Daniela Becker · vor 7 Monaten

      @Alexandra Endres Bin auch etwas baff, dass das overall in der Berichterstattung etwas untergeht. Ich glaube, dass da gestern ein paar Öl- und Kohlelobbyisten nahe dran waren am Herzkasper. Ich kann das geradenoch nicht einschätzen - wir wissen ja, wie mächtig die Bewahrerkräfte sind - aber an den Börsen und in den Finazinstituten wird dieses Zeichen mit Sicherheit gehört.

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