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Flucht und Vertreibung

Fabian Köhler
freier Journalist, Politik- und Islamwissenschaftler (M.A.)
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piqer: Fabian Köhler
Sonntag, 18.06.2017

Mit Pünktchen gegen den Mythos: Wo Menschen fliehen und wo sie ankommen

Es ist schon erstaunlich, wie schwer es vielen Menschen fällt, eine so simple Wahrheit zu akzeptieren: Nein, Europa ist nicht das Hauptziel globaler Fluchtbewegungen. Ja, viele ärmere Länder leisten sehr viel mehr als wir. Obwohl die Zahlen über jene, die flüchten und jene, die helfen, keinen Zweifel an der weltweiten Verteilung der Lasten lassen, hält sich der Mythos, dass in Wahrheit „wir“ (Deutsche, Europäer), die größten Opfer der Flüchtlingskrise sind, beständig: vom einstigen NPD-Kalauer „wir können doch nicht alle aufnehmen“, bis hin zur pseudowissenschaftlichen These von der „neuen Völkerwanderung“.

Das Business-Magazin „Fast Company“ hat einen neuen Versuch unternommen, die Realität weltweiter Fluchtbewegungen gegen den postfaktischen Zeitgeist zu verteidigen. Und dass mit der simpelsten denkbaren Form: kleinen Pünktchen.

Auf einer eindrucksvollen interaktiven Karte lassen sich sämtliche Fluchtbewegungen zwischen 2000 und 2015 nachvollziehen: tausende Pünktchen (1=17 Menschen) wandern da vom Sudan nach Uganda, von Syrien in die Türkei, von Afghanistan nach Pakistan - oder in einigen wenigen Ausnahmefällen eben auch in Richtung Europa. 

Die Anleitung zum Mythosverlust: Auf den Link klicken, Karte maximieren, am unteren Rand ein Land auswählen, den Balken auf der Zeitleiste hin- und herschieben und hoffentlich kurz darauf um eine simple Wahrheit reicher sein. 

Mit Pünktchen gegen den Mythos: Wo Menschen fliehen und wo sie ankommen
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Kommentare 1
  1. Emran Feroz
    Emran Feroz · vor 2 Monaten

    Schöner Beitrag. Diese Karte sollte man ausdrucken und auf den Straßen verteilen. Habe mich hierzu auch mit vielen Afghanen unterhalten, die kurz davor waren, ausreisen bzw. zu fliehen. Nur ein Bruchteil von ihnen wollte tatsächlich nach Europa. Die meisten hatten Pakistan, Iran oder die Türkei im Sinn, auch wenn die Umstände dort für afghanische Geflüchtete sehr prekär sind.