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Flucht und Einwanderung

Fabian Goldmann
mal freier Journalist, mal Islamwissenschaftler, je nach Laune
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piqer: Fabian Goldmann
Dienstag, 15.08.2017

„Wann hört unsere Herzlosigkeit auf?“ - Über einen Lebensretter im Mittelmeer

Manchmal hilft es, einen Sachverhalt auf das Wesentliche herunterzubrechen, um zu verstehen, wie absurd unsere Sicht auf ihn ist:

  • A verprügelt B
  • B hat Angst um ihr Leben und haut deshalb ab in Richtung C.
  • C mag keine Bs und versperrt ihr deshalb den Weg.
  • D nutzt Bs Hilflosigkeit aus und bringt sie erneut in Gefahr. 
  • E rettet B
Frage: Wer ist der Böse?

Freilich ist das nicht die einzige Frage, die sich aus dieser Konstellation ableiten lässt. Auch interessant wäre:

  • Was hat A eigentlich für einen Schaden und wie lässt er sich beheben? 
  • Wie kann B geholfen werden, in Sicherheit zu C zu gelangen? 
  • Oder noch besser: Wie kann B in Sicherheit bei A bleiben? 
  • Was trägt C zur Gewalt von A bei und wie lässt sich das ändern?
  • Was ist D eigentlich für ein Arsch? 
  • Und was verdammt noch mal, fällt C ein, B den Weg zu versperren?

Mit der Realität derzeitiger Debatten über die Ursachen und Mechanismen von Flucht hat diese Vereinfachung freilich nichts zu tun. Denn seit Wochen diskutieren Medien und Politik allen Ernstes darüber, ob Seenotretter Schuld am Leid von Flüchtlingen tragen. 

Ein 37-Grad-Beitrag über Titus "E" Molkenburg, der mit „Jugend Rettet“ im Mittelmeer Menschen das Leben rettet und deshalb offenbar Vielen als Krimineller gilt.

„Wann hört unsere Herzlosigkeit auf?“ - Über einen Lebensretter im Mittelmeer
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