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Flucht und Einwanderung

Fabian Köhler
freier Journalist, Politik- und Islamwissenschaftler (M.A.)
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piqer: Fabian Köhler
Montag, 06.03.2017

Nach Mongolensturm und Hitler-Sieg kommt jetzt: Was wäre, wenn Merkel die Grenzen geschlossen hätte?

Ganz unten im Wühltisch, in der Schmuddelecke pseudohistorischer Literatur liegen die „Alternate History“-Bücher: Was wäre, wenn die Mongolen nicht kehrt gemacht hätten? Was wäre, wenn Columbus an Amerika vorbeigefahren wäre? Und natürlich: Was wäre, wenn Hitler in Stalingrad gesiegt, den Holocaust nicht begangen und die Atombombe gebaut hätte.

In dieser Tradition liest sich auch eine Geschichte, die nun die Welt ausgegraben hat. Oder besser: eindrucksvoll recherchiert hat. Denn anders als „Wenn der Führer sich mit England verbündet hätte“, stammt das Stück von Robin Alexander nicht aus der Fiction-Abteilung.

Der Klappentext könnte so lauten: September 2015. Während Hunderttausende Migranten drohen Europa zu überschwemmen und ganz Deutschland im Willkommensdelirium darniederliegt, fasst ein Mann einen mutigen Entschluss: Ohne Wissen der Bundesregierung lässt Bundespolizei-Chef Dieter Romann über Nacht tausende Polizisten sowie schweres Gerät an die deutsch-österreichische Grenze verlegen. Doch sein Plan, Deutschlands Grenzen abzuriegeln, um seine Heimat vor der Überfremdung zu bewahren, scheitert. An der Feigheit der politischen Elite.

Robin Alexanders Text ist ein aufwändig rekonstruiertes und spannend notiertes Protokoll einer bisher unbekannten Episode der „Flüchtlingskrise.“ Eine mit großer Leidenschaft aufgeschriebene Geschichte von Rache und Intrigen, von einsamen Helden und überlaufenden „Anhängern der Willkommenskultur“. So leidenschaftlich, dass man gelegentlich den Eindruck bekommt, den Autor treibe neben dem historischen Entdeckerdrang auch die für „Was wäre wenn“-Szene übliche Zuneigung gegenüber dem alternativen Verlauf der Geschichte; die Fantasie selbst dabei zu sein, wenn die schwere Kavallerie der Bundespolizei Schneisen der deutschen Souveränität in Horden aus Wirtschaftsmigranten und Asylbetrügern schlägt.

Soll heißen: Etwas mehr Nüchternheit hätte dem Text gut getan. Unterhaltsamer als „Mongolen vor Köln“ liest er sich aber allemal.

Nach Mongolensturm und Hitler-Sieg kommt jetzt: Was wäre, wenn Merkel die Grenzen geschlossen hätte?
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