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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Dienstag, 23.08.2016

Internationale Flüchtlingszahlen sind gar nicht sonderlich hoch - im Vergleich zur Migration

Ein Problem ist, wenn wir über 1 Million Asylbewerber, 20 Millionen Flüchtlinge oder 60 Millionen Vertriebene sprechen, dass diese für uns nur abstrakte Zahlen sind, die schwer vorstellbar sind. Es klingt auf jeden Fall nach vielen Menschen und wir wissen auch, dass in den letzten Jahren die Anzahl der Flüchtlinge weltweit zugenommen hat. Doch gerade wenn es um das Überschreiten nationaler Grenzen geht, also um Migration, dann relativieren sich diese Zahlen schnell: Weltweit gibt es rund 220 bis 230 Millionen Migranten, exklusive Flüchtlinge. Flüchtlinge machen also weniger als 10 Prozent aller Migranten aus. In dem Kontext macht es auch keinen großen Unterschied, dass sich in den vergangenen Jahren die Zahl der Flüchtenden um 5 Millionen erhöht hat. So wichtig es auch ist, darauf hinzuweisen, dass immer mehr Menschen vertrieben werden und keinen Schutz finden, so sind die Zahlen doch im Vergleich eher gering. Herausforderungen des Flüchtlingsschutzes stecken eben nicht in Zahlen, wie Hein de Haas betont: 

It is therefore a misleading - and ultimately self-defeating - strategy to keep on repeating, every year again, that total numbers of refugees (or migrants) have reached another all-time high. This ignores that relative to the total migrant and world population, the the total number of refugees is relatively small, and that, on the longer term, refugee numbers have remained relatively stable.

Flüchtlingsschutz ist eine Frage des politischen Willens und Zahlen können dabei die eine oder die andere Politik begründen - je nach dem, womit man sie vergleicht.

Internationale Flüchtlingszahlen sind gar nicht sonderlich hoch - im Vergleich zur Migration
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