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Flucht und Einwanderung

Fabian Köhler
freier Journalist, Politik- und Islamwissenschaftler (M.A.)
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piqer: Fabian Köhler
Sonntag, 18.09.2016

Es geht auch anders, Sachsen! Wie Luxemburgs Polizei 1994 mit deutschen Neonazis umging.

Erinnern Sie sich an den Neonazi-Aufmarsch in Sachsen?

Die Frage ist natürlich Quatsch. Denn in Sachsen gab es nicht den einen, es gibt sie andauernd. Chemnitz, Coßwig, Freital, Heidenau, Leipzig, natürlich Dresden – so ziemlich jede Woche. Und jetzt also Bautzen.

Wenn Neonazis in Sachsen aufmarschieren, dann können sich alle Beteiligten sicher sein, dass sich die Polizei entweder überfordert gibt, wegschaut, gerade woanders ist, zu spät kommt, die Gegner bekämpft - auf jeden Fall aber stets völlig versagt (das ist die wohlwollende Deutung) oder den eigenen Gesinnungsgenossen Rückdeckung verschafft (die weniger wohlwollende Deutung). 

So wie jetzt in Bautzen, wo erst die Staatsmacht mit einer Ausgangssperre für Flüchtlinge den Traum „national befreite Zone“ der Neonazis Wirklichkeit werden lässt. Während die Politik gleichzeitig Neonazis als Gesprächspartner hofiert.

Dass alles auch ganz anders sein könnte, zeigt die folgende Frage: 

Erinnern Sie sich an den Neonazi-Aufmarsch in Luxemburg?

Sie und ich bestimmt nicht. Aber viele Luxemburger tun es mit Sicherheit. Denn es gab eigentlich nur einen. Um genau zu sein: Es gab nur einen Versuch. 1994. Der Grund dafür, dass es bei dem einen blieb: die Reaktion der Luxemburger Polizei.

Der Luxemburgische Polizeisprecher schaffte es damals, das Wesen der "sächsischen Verhältnisse" in einem Satz zum Ausdruck zu bringen: „Es liegt wohl kaum daran, daß die Deutschen weniger Beamte haben… Vielleicht hat es ja etwas mit der Motivation zu tun.“

Frank Barth hat dieses Lehrstück in konsequenter polizeilicher Anti-Rechtsextremismus-Arbeit dankenswerter Weise für die Nachwelt und insbesondere für alle deutschen Polizeibehörden festgehalten. 

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