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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Montag, 18.04.2016

Die pejorative Wende des Wortes 'Flüchtling'?

Das deutsche Wort 'Flüchtling' wird schon seit einer Weile für die etymologische 'Verniedlichung' durch seine Endung kritisiert (obwohl das Wort faktisch nicht so gebraucht wird). Doch von der Wortbedeutung abgesehen, kann es sein, dass die Person eines 'Flüchtlings' eine negative Bedeutung angenommen hat? Traditionell sind Flüchtlinge jene Migranten, die besonderen Schutz und Hilfe benötigen, die Sympathien und Mitgefühl verdienen. Dies wurde ihnen nie uneingeschränkt entgegen gebracht. Doch selbst Gegner sprachen in ihrer Ablehnung lieber von Migranten, Ausländern oder Wirtschaftsflüchtlingen, die sie nicht wollten. Ändert sich dies nun, so dass Ablehnung explizit gegen Flüchtlinge gerichtet wird? Sind Flüchtlinge die neuen Ausländer? Einige Flüchtlinge in Europa empfinden dies wohl durchaus so. In der europäischen Debatte um Flüchtlinge mischt sich ein rassistischer Unterton ein, der sich gegen ein multikulturelles Europa richtet - und dies explizit gegen Flüchtlinge artikuliert. Im Bedeutungswandel des 'Flüchtlings' drückt sich eine weitere Verrohung der öffentlichen Debatte aus.

Die pejorative Wende des Wortes 'Flüchtling'?
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