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Flucht und Einwanderung

J. Olaf Kleist
Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsforschung
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piqer: J. Olaf Kleist
Donnerstag, 21.04.2016

Wenn erfahrene Katrastrophenärzte angesichts der Flüchtlingssituation in Griechenland verzweifeln

Das Abkommen zwischen der Türkei und der EU wird oft dafür kritisiert, was mit Flüchtlingen auf der türkischen Seite passieren wird. Zu Recht wird kritisiert, dass die Rechte von Migranten (und bald Asylbewerbern) nicht gewährleistet sind, die in die Türkei abgeschoben werden, und dass die Auslagerung des Grenzschutzes an die Türkei zu einen großen Gefahr für Flüchtlinge wird. Weniger thematisiert wird, welch grausame Konsequenzen das Abkommen für Asylsuchende auf europäischer Seite hat. Asylbewerber, einschließlich Kinder, werden hinter Stacheldraht eingesperrt, müssen in Dreck und Schlamm leben, vielfach ohne einfachste Grundversorgung – und das in der EU – wegen der EU! Der medizinische Koordinator für Migranten der Organisation Ärzte ohne Grenzen schreibt:

I could have never imagined that children, pregnant women, the elderly, most fleeing war, would have been fenced in by razor wire with the gates closed, on European soil. And I cannot find an acceptable explanation for why Europe is allowing this to happen. 

Und er ergänzt, dass wir uns so wie er schämen würden, uns übel sei, wir ärgerlich seien und uns betrogen fühlen würden, wenn wir wüssten, was dort passiert. Die Frage ist vielleicht nur, ob wir es wissen wollen.

Wenn erfahrene Katrastrophenärzte angesichts der Flüchtlingssituation in Griechenland verzweifeln
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