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Feminismen

Theresia Enzensberger
Journalistin und Herausgeberin des BLOCK Magazins
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piqer: Theresia Enzensberger
Freitag, 04.11.2016

Kelly Reichardts feministische Western

Full disclosure: Kelly Reichardt war meine Professorin am Bard College, wo ich Film studiert habe. Es war ein großes Glück so eine große Filmemacherin als Lehrerin zu haben. Dass sie Feministin ist, habe ich damals schon gemerkt, nicht weil sie es ständig gesagt hat, sondern weil sie den Frauen in unserem Department ganz selbstverständlich, auf eine so solidarische wie unaufgeregte Weise unter die Arme gegriffen hat. 

Eine Mitstudentin von mir, Alice Gregory, die auch sonst eine bemerkenswerte Autorin ist, hat jetzt in der New York Times ein Porträt über Reichardt geschrieben. Ihre Filme, von "Old Joy", über "Wendy and Lucy" bis hin zu "Meek's Cutoff", sind allesamt sehenswert. Was Gregory aber besonders interessiert, und was ich erst durch diesen Artikel wirklich verstanden habe, ist, dass Reichardts Filme durch die Bank Western sind – mit weiblichen Protagonisten: 

"The shots are rife with the genre’s archetypal motifs — horses, trains, buttes — and the quiet stories she tells, of lonesome, seminomadic searchers struggling to maintain dignity in the face of seemingly insurmountable odds, fill the screen as forcefully as any film that John Wayne was ever in. Reichardt’s protagonists tend not to be men, however, but emotionally inarticulate women, whose problems the supposedly civilizing force of frontier justice never proves strong enough to fix."

Was ihre Filme außerdem gemeinsam haben ist ein durchgängiges Unbehagen, eine konstante Bedrohung, die niemals ihren Höhepunkt findet. Hier, meint Gregory, gibt es eine Parallele zu der Erfahrung von Frauen: 

"It’s the low-grade but unrelenting sense of hazard that is a woman’s experience of merely moving through the world, an anxiety so quiet and constant it can be confused for nothing more than atmosphere."

Kelly Reichardts feministische Western
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