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Europa

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent
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piqer: Ulrich Krökel
Samstag, 03.11.2018

Europa und die Rückkehr des Imperialismus

Kehrt der Kalte Krieg zurück? Die Frage wird spätestens seit Beginn der Ukraine-Krise mit schöner Regelmäßigkeit gestellt. Die am häufigsten gegebene Antwort lautet vermutlich: "Das kann man nicht vergleichen. Damals war damals, und heute ist heute." Aber so richtig zufrieden sind mit dieser Analyse auch wieder die wenigsten, denn dass es zwischen Ost und West hakt, ist ja unübersehbar, und zwar nicht nur zwischen Russland und den USA, sondern auch innerhalb der EU.

Der ehemalige kroatische Außenminister Davor Stier folgt in seinem lesenswerten Gastbeitrag auf politico.eu einem anderen Ansatz. Er geht nicht von einer Rückkehr des Kalten Krieges aus, sondern in einem umfassenderen Sinn von einer Rückkehr des Denkens in Einflusssphären, das man in der Geschichte bis weit in die vergangenen Jahrhunderte hinein zurückverfolgen kann. Das wiederum gehe zu Lasten der Idee eines geeinten Europas:

The idea of a “Europe whole and free” — the Continent’s organizing principle since the fall of the Berlin Wall — is fracturing. In its place is a return to spheres of influence, an approach to geopolitics mainly advanced by illiberal democracies like Russia and Turkey.

Im weiteren Verlauf des Textes dekliniert Stier seine These anhand der geopolitischen Lage auf dem Balkan durch, was nahe liegt, aber vielleicht etwas zu kurz greift. Dennoch ist der Punkt, den er hat, schlagend, wenn man die russische Annexion der Krim im Hinterkopf hat, die ja nichts anderes war als ein kleiner siegreicher Eroberungskrieg im Stil des Imperialismus des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Vor diesem Hintergrund ist selbst der angedachte Gebietstausch zwischen Serbien und dem Kosovo, auf den Stier zum Auftakt hinweist, tatsächlich mehr als nur eine Randnotiz auf den Politikseiten wert.

Europa und die Rückkehr des Imperialismus
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