Kanäle
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kuratoren aus Journalismus, Wissenschaft und Politik empfehlen
und kommentieren die besten Inhalte im Netz.

Du befindest dich im Kanal:

Europa

Ulrich Krökel
Osteuropa-Korrespondent
Zum piqer-Profil
piqer: Ulrich Krökel
Dienstag, 19.09.2017

Als Vielvölkerstaat ist Polen wohl verloren

Nach dem EuGH-Urteil zu den Flüchtlingsquoten wurden in mehreren ostmitteleuropäischen Staaten wieder Stimmen laut, die vor einer Überfremdung warnten. Vor allem in Polen weisen rechtsnationale Politiker immer wieder darauf hin, dass die Bevölkerung des Landes weitgehend homogen (polnisch-katholisch) und deshalb nicht auf eine Zuwanderung im größeren Stil vorbereitet sei.

All den Xenophobikern möchte man Charly Wilders Reportage über die Suche nach der jüdischen Vergangenheit Polens (und Litauens) ans Herz legen. Schnell wird dort nämlich deutlich, dass die Region ursprünglich alles andere war als ethnisch und kulturell homogen:

Keep in mind that Poland before the Second World War was like the United States. We had a huge mixture of minorities, and the Jews made up 10 percent of the prewar Polish population.

Polen als salad bowl Europas: eine ebenso ferne wie wunderbare Vorstellung. Als Vielvölkerstaat mit allen Möglichkeiten der kulturellen Blüte ist das Land wohl verloren, zumindest auf absehbare Zeit. Solche Texte zu lesen, um sich mit zu erinnern und ein wenig im Möglichen zu schwelgen, kann in Zeiten wie diesen dennoch heilsam sein.

Als Vielvölkerstaat ist Polen wohl verloren
9
8 Stimmen
relevant?

Möchtest du kommentieren? Werde piqd Mitglied für unter 4€ pro Monat!