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Zukunft und Arbeit

Cornelia Daheim
Zukunftsforscherin
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piqer: Cornelia Daheim
Montag, 04.04.2016

Mehr Gründungsförderung, bitte! Denn das bringt Arbeitsplätze.

Die Sorge um den Verlust vieler Arbeitsplätze und steigende Arbeitslosigkeit prägt die Debatte um die Zukunft der Arbeit. Gründungsförderung ist eine Möglichkeit, mehr Menschen in Arbeit zu bringen – und sie wird wichtiger.

Das zeigt eine neue wissenschaftliche Studie von Marco Caliendo, Universität Potsdam. Sie fasst den aktuellen Forschungsstand im internationalen Überblick zusammen und spricht Empfehlungen für die Politik aus.

Die Forschungsergebnisse sind zum Teil überraschend: Die geförderten Unternehmen stehen zwar in einigen Aspekten wie betriebliches Wachstum oder Innovationsgrad schlechter da als andere Startups. Aber: Sie überleben lange – und schaffen eben, sogar deutlich, weitere Arbeitsplätze.

Wichtig ist diese klare Erkenntnis, weil als so genannte „aktive arbeitspolitische Maßnahmen“, mit denen mehr Menschen in Arbeit gebracht werden sollen, meist Umschulungen, Weiterbildung oder Arbeitsbeschaffung verbreitet sind. Und bei diesen traditionellen Ansätzen ist besonders zukünftig das Risiko hoch, dass sie nicht mehr mit dem Tempo des Wandels angesichts der Digitalisierung mithalten können.

Interessant ist auch, dass das Instrument Gründungsförderung überdurchschnittlich positive Effekte bei Frauen und denjenigen zeigt, die es schwer haben, den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden (z.B. Arbeitslose mit geringer Bildung, Jüngere). Gründungsförderung also als Instrument für „inklusivere“ Arbeitsmärkte? Das ist neu – und wäre besonders für Deutschland, mit seiner eher vorsichtigen Haltung gegenüber dem, was in angloamerikanischen Raum als „Entrepreneuership“ gefeiert wird, eine mutige Neufokussierung der Arbeitsmarktpolitik.  

Mehr Gründungsförderung, bitte! Denn das bringt Arbeitsplätze.
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