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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Montag, 14.11.2016

Schmidt Schnauze museal

Neubergerweg 80, Hamburg-Langenhorn, roter Backstein, am Rand einer Neubausiedlung, die Anfang der 1960er-Jahre neu war. Hier war das Zuhause einer Familie die Deutschland prägte, die Geschichte schrieb. Hier lebten die Schmidts. Helmut und Loki, Kanzlerehepaar und später so etwas wie das personifizierte Gewissen der Nation. Sie in Fragen des Leben der Pflanzen (Botanik) und des Lebens generell. Er in Politik, Wirtschaft und irgendwann schlichtweg in allen Fragen ("Auf eine Zigarette mit").

Zur Zeit seiner Kanzlerschaft war Helmut Schmidt, der Sturmflut-Bezwinger von Hamburg, weitaus weniger beliebt als Elder Statesman mit Kippe und Schnupftabak der späteren Jahre, der Welterklärer als ZEIT-Herausgeber, Bauchautor und gefragter Interviewpartner. Seine Jahre an der Macht waren weniger harmonisch: In seine Regierungszeit fielen etwa die NATO-Aufrüstungspläne und der Kampf gegen den RAF-Terror. Zu seiner Zeit in der Politik, aber auch zum Privatleben der Schmidts, verwahrt heute eine Stiftung die wichtigsten Dokumente und Bilder – in dem Gebäude am Neubergerweg 80. 

Längst ist das Haus durch Anbauten gewachsen und von den Nachbarn wurde dazu gekauft. Ein Museum soll aus dem Komplex nicht entstehen, sondern eine Forschungseinrichtung mit Arbeitsplätzen für Wissenschaftler. Zu Besuch können die zahlreichen Schmidt-Fans nur in der digitalen Welt kommen. ZEIT Geschichte berichtet über die Pläne und den Umgang mit dem schmidtschen Erbes: "Noch in diesem Jahr will die Stiftung einen 'virtuellen Rundgang' durchs Haus im Internet anbieten. Dann kann jeder sich hier umsehen, flanieren, die Dinge ganz aus der Nähe anschauen: die Hutablage neben der Tür, auf der stets die Lotsenmütze lag; die Immanuel-Kant-Statue in der Diele, die den Besucher mehr oder weniger freundlich hereinbittet; die Bilder von Nolde, Chagall, Heisig und Kokoschka; die Skulpturen von Barlach."

Schmidt Schnauze museal
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