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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Donnerstag, 09.02.2017

Operation verbrannte Erde

Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen, Zwangsarbeit für Besiegte, Ausbeutung von besetzten Gebieten, das Ausrufen eines Endkampfes: Der Erste Weltkrieg nahm schon vieles vorweg, was den Zweiten Weltkrieg so grausam machen sollte. Mit dem „Unternehmen Alberich" wollten die Deutschen den französischen Erzfeind strafen: Innerhalb von fünf Wochen verwüstete das kaiserliche Heer einen Streifen von 150 Kilometer Länge und 45 Kilometer Breite im besetzten Frankreich. 

„Schlösser und Kirchen, Schulen und Wohnhäuser, Brunnen und Bäume — alles fiel der Vernichtung anheim", schreibt Marc von Lüpke auf Einestages von Spiegel Online. „'Alberich' lautete die Tarnbezeichnung für die Aktion, die am 9. Februar 1917 begann." Der deutsche Offizier Cornelius Breuninger notierte: „Wir sind diesmal mit größter Bewusstheit Hunnen und Barbaren."

Lüpke zitiert Gerhard Hirschfeld, Mitherausgeber der „Enzyklopädie Erster Weltkrieg": „Das Unternehmen Alberich ist ein Sündenfall in der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts." Und weiter: „Plünderung und Zerstörung von Orten und Städten hat es in der Geschichte immer gegeben. Aber die Akribie und Effizienz, mit der 'Alberich' vorbereitet und durchgeführt wurde, war bis dahin einmalig."

Dem Gegner sollte nichts zurück gelassen werden, was er zum Kriegführen gebrauchen könnte: Keine Nahrungsmittel, kein Wasser. Dass die Deutschen so vor allem die Zivilbevölkerung trafen und eine ganze Kulturlandschaft vernichteten, war ihnen egal – oder sogar willkommenes Mittel zur Einschüchterung.

Operation verbrannte Erde
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