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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Sonntag, 16.10.2016

Licht aus dem Osten – Weltgeschichte aus ungewöhnlicher Perspektive. Eine harsche Kritik

Ein Werk über die Geschichte der Welt, die Europa nicht in das Zentrum der Betrachtung stellt – sondern auch nach Asien und Afrika schaut. Viel zu selten kommen solche Bücher auf den Markt. Peter Frankopan hat sich der großen Aufgabe angenommen, eine umfassende Globalgeschichte zu schreiben. Auf 848 Seiten. Das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat das Buch des Gräzisten und Historikers von Jürgen Osterhammel, Professor an der Universität Konstanz, rezensiert. Er fällt ein hartes Urteil.

Zunächst aber fasst Osterhammel, der mit „Die Verwandlung der Welt" selber eine Globalgeschichte über das 19. Jahrhundert vorgelegt hat, zusammen, welchen Inhalt ein solches Werk haben muss: „Die Länder nördlich der Alpen waren kein Zentrum, das alles beherrschte und an dem sich die Welt orientierte. Ein volleres Bild des mittelalterlichen Jahrtausends muss viel mehr umfassen: die Entstehung des Islam und die arabische Expansion nach Nordafrika, Spanien und Sizilien, in den Iran und nach Zentralasien, die Metamorphosen des byzantinischen Reiches, die Aktivitäten der norditalienischen Seerepubliken im östlichen Mittelmeerraum, die Kreuzzüge, den Aufstieg von Seldschuken und Osmanen, das mongolische Weltreich."

Osterhammel hält Frankopans Versuch, die Globalhistorie aus einem neuen Blickwinkel zu erzählen, für gescheitert. Er hält „Licht aus dem Osten" für eine „vollkommen konventionelle und intellektuell reizlose allgemeine Weltgeschichte". Sein Fazit: „Sie füllt die letzten zwei Drittel des Bandes. Nichts daran ist der Sache nach neu, und ein geschichtstheoretisches Konzept ist nicht zu erkennen. Statt der sich immerfort ändernden Rolle der Region 'Mittlerer Osten und Innerasien' innerhalb neuzeitlicher Globalzusammenhänge nachzuspüren, eilt Frankopan als allwissender Erzähler durch die Standardthemen der Weltgeschichte von Kolumbus bis George W. Bush."

Licht aus dem Osten – Weltgeschichte aus ungewöhnlicher Perspektive. Eine harsche Kritik
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