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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Mittwoch, 29.01.2020

Ein rätselhafter Pharaonen-Mord und seine literarischen Folgen

In der durchaus streitfreudigen Zunft der Ägyptologen bleibt diese Frage besonders umstritten: Fiel Pharao Amenemhet I. vor 4.000 Jahren einem Mordkomplott zum Opfer? Ein Anschlag auf den eigentlich unantastbaren Pharao? Ist das wirklich denkbar? 

Strittig ist unter Experten nicht nur, ob es wirklich ein Attentat gegeben hat, sondern auch, ob die Tat erfolgreich war. Zwei Quellen deuten an, dass der Pharao in seinem Palast gemeuchelt wurde. Die „Lehre des Amenemhet“ und die die Sinuhe-Dichtung sind beide in einem damals ungewöhnlichen Stil verfasst, der zu dieser Zeit erstmals vorkommt. Fraglich ist, wie verlässlich die Quellen sind und mit welchen Motiven sie verfasst wurden? 
Der Ägyptologe Ludwig Morenz von der Universität Bonn bezeichnet die Werke als „schöne Literatur“. 

Er sagt gegenüber dem Geschichtsmagazin Damals: „Bereits vorher wurden poetische Texte verfasst – etwa Hymnen oder Litaneien, die dem Götter- oder Totenkult dienten“, sagt Morenz. Es gibt aber keine früheren Belege für Literatur, die eher der Erbauung gewidmet war – die Ägypter nannten dies „Erheiterung des Herzens“.


Seine These: die Stücke seien zur Bewältigung des Schocks entstanden, den der Mord bei den Ägyptern ausgelöst hat. Die Autoren hätte wohl nicht gewagt, über einen Anschlag auf den Pharao zu schreiben, wenn es die Tat nicht tatsächlich gegeben hätte, sagt Morenz. Denn das Opfer war als weltlicher Herrscher und als Gott zugleich unantastbar.

Allerdings, das erwähnt der Artikel nicht, war Amenemhet I. ein Aufsteiger. Er hatte wohl als Wesir gedient, bevor er bei günstiger Gelegenheit den Thron übernehmen konnte. Der Begründer der 12. Dynastie hatte also keine edlen Vorahnen zur Legitimation seiner Herrschaft aufzubieten. Und seine göttliche Abstammung musste ebenfalls erst literarisch begründet werden.


„Es ist anzunehmen, dass im Mittleren Reich ein Königsmord noch als unvorstellbar galt“, sagt Morenz. „Wie sollte ein Attentat auf ein göttliches Wesen möglich sein?“
Ein rätselhafter Pharaonen-Mord und seine literarischen Folgen
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