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Zeit und Geschichte

Daniel Schreiber
Autor und Journalist
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piqer: Daniel Schreiber
Sonntag, 23.07.2017

Andrew Jackson: Wer war der amerikanische Präsident, den Trump als sein Vorbild bezeichnet?

Donald Trump hat Andrew Jackson, der von 1829 bis 1837 Präsident der Vereinigten Staaten war, mehrmals als sein Vorbild bezeichnet. Er hat dessen Porträt im Oval Office aufgehängt und hat im März, zu Jacksons 250. Geburtstag, dessen Plantage in Tennessee besucht. Der Beitrag von Daniel Howe macht deutlich, dass dieser Vergleich mit Jackson in der Tat berechtigt ist — und warum sie uns Angst machen sollte. Jackson gelang es, seine Partei von Grund auf zu transformieren, Trump versucht dasselbe. Wie beim derzeitigen amerikanischen Präsidenten war das Herzstück von Jacksons Populismus ein fremdenfeindlicher Macho-Nationalismus. Jacksons Politik richtete sich gegen Mexikaner, Schwarze, die amerikanischen Ureinwohner und manchmal auch gegen Frauen. Auf Jackson geht der Krieg gegen Mexiko und die Errichtung von Reservaten für amerikanische Ureinwohner zurück. Wie Trump führte Jackson schmutzige Wahlkämpfe, in denen er unablässig Lügen über seine Gegner erfand. Jackson war gewalttätig, vergab und entschuldigte sich nie, er war nicht nur ein Verfechter der Sklaverei, sondern fing entgegen bestehender Gesetze sogar die Post der Anti-Sklaverei-Bewegung ab. In letzter Zeit mehren sich die Stimmen, Trump nicht ernst zu nehmen und mit seiner baldigen Absetzung zu rechnen. Seine Eigen-Vergleiche mit Jackson deuten darauf hin, dass er vielleicht besser weiß, was er tut, als wir annehmen. 

Andrew Jackson: Wer war der amerikanische Präsident, den Trump als sein Vorbild bezeichnet?
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Kommentare 1
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 25 Tagen

    Erhellend!

    Den Vergleich findet man öfters. Gore Vidals Roman BURR, der erste Band seiner amerikanischen Chronik, aus dem Jahr 1973 scheint wieder aktuell zu werden.
    Der Dokumentarfilmer Andrew Stewart schrieb:

    "Vidal’s Jackson and today’s Trump supporters have a great deal in common. People who consider themselves Lefties or interested in class solidarity need to learn how to shed the New York-fostered, look-down-your-nose condescension for Trump supporters. This does not mean surrendering one’s principles of feminism or anti-racism, quite the opposite. Instead, we need to have conversations, maybe over books like Vidal’s, that help transfer loathing for immigrants and gays to bosses and capital. That might not be a fun task but it is vital, in the face of climate catastrophe, to build that class solidarity and quickly."

    www.counterpunch.org/2016/07/0...