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Volk und Wirtschaft

Rico Grimm
Der piqer hat bisher keine Tätigkeit eingetragen.

Rico Grimm schreibt über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge für Medien wie Krautreporter, Capital, Business Punk und Zeit Online. Wenn er dafür den Schreibtisch verlässt, nimmt er immer die Kamera mit. Seine Lieblingsfrage ist: Warum?

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piqer: Rico Grimm
Freitag, 27.01.2017

Trump und die Avocados - so funktioniert Protektionismus #1

Ich werde einige meiner nächsten Piqs Protektionismus widmen. Der neue US-Präsident Donald Trump wird, wenn er seine Meinung nicht noch ändert, die globale Freihandelsordnung zerstören. Ich muss zugeben: Was das genau bedeutet, weiß ich auch noch nicht. Deswegen suche ich nun gezielt Artikel, die sich mit Handelskriegen und Protektionismus beschäftigen und picke die guten für euch heraus. 

Dieser hier ist lesenswert, weil er die Mechanik von Handel erklärt. Denn, klar, Handel ist super simpel: Eine US-Firma bestellt Güter bei einer Firma aus Mexiko und andersherum. Aber wenn das jeden Tag millionenfach geschieht, werden daraus die Warenströme die unsere Welt Tag für Tag verändern. Wie Handel abläuft, verändert deine Welt.

Trumps Plan ist noch sehr sehr  unscharf, aber sicher scheint zu sein, dass Güter, die aus Mexiko kommen, 20% teurer werden für die importierenden Firmen, entweder weil es eine spezielle Steuer gibt oder Zölle. Mit dem Geld will die Regierung Trump eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen. Wichtig ist nun, was mit diesen Gütern in den USA passiert, was die 20% für die Verbraucher bedeuten: Die Preise für Güter werden steigen. 

Ob das schlimm ist, hängt von zwei Dingen ab: Erstens von der Stärke des Dollars. Wenn der Dollar parallel um, sagen wir mal, 20% an Stärke gegenüber dem mexikanischen Peso zulegt, wird dieser Preisanstieg theoretisch ausgeglichen. Schließlich kostet zwar das einzelne Gut mehr, aber der US-Verbraucher kann sich auch 20% mehr kaufen. Zweitens hängt es davon ab, ob die US-Kunden in der Lage sind, die teureren Importe aus Mexiko zu umgehen und stattdessen woanders einzukaufen. Das wird, zumindest am Anfang, sehr schwierig. Mexiko ist einer der größten Handelspartner der USA und ehe es keine Alternativen gibt, werden die US-Verbraucher, gerade im Süden der USA, mehr für ihre Avocados zahlen. So sind sie es, die für die Mauer zahlen werden.

Trump und die Avocados - so funktioniert Protektionismus #1
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