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Literatur

Griechische Tragödien und was sie uns über unsere Trauer erzählen

Yvonne Franke
Journalistin, Autorin und Geschichtenerzählerin aus Hamburg
Zum piqer-Profil
Yvonne FrankeFreitag, 15.09.2023

Begonnen mit der Lektüre von Joan Didions "The Year of Magical Thinking", in dem sie über das erste Jahr nach dem überraschenden Tod ihres Mannes berichtet, habe ich in den letzten Jahren eine gewisse Besessenheit entwickelt, mich mit dem Thema Trauer auseinanderzusetzen. Es wird zu wenig darüber gesprochen, finde ich. Nicht im Schulunterricht, wenig in den Medien, kaum unter Freund'innen. Man muss sich selbst darum kümmern, dass in einem eine Auseinandersetzung mit dem Tod stattfinden kann. Nach Didion kam für mich Christian Dittloffs "Niemehrzeit", "Liebe" von Lone Frank und einige mehr.

Aber in dieser Reportage aus dem New York Times Magazin habe ich einen für mich völlig neuen, wenn auch eigentlich antiken Ansatz gefunden, über Trauer nachzudenken – einen tragischen.

Der Autor und Fotograf Teju Cole (sehr interessanter Typ, es lohnt sich mal auf seiner Website zu stöbern) ist aus den USA nach Griechenland gereist, um sich einen Traum zu erfüllen: er möchte Inszenierungen griechischer Tragödien dort besuchen, wo sie ihren Ursprung haben; auf der Bühne des Theaters von Epidaurus, erbaut etwa im Jahr 330 v.Ch.

Von hier aus betrachtet ist das jetzt etwas witzig, aber Cole erwischt an diesem Sommerabend im antiken Theater eine Agamemnon-Produktion des Münchner Residenztheaters, eine Übersetzung von Walter Jens. Klingt so, als sollte man die auch mal ansehen, aber das nur am Rande. (Und man kann ab Dezember dieses Jahres: hier bitte)

Teju Cole jedenfalls zieht die ersten Schlüsse, entdeckt einen neuen Blickwinkel auf die Tragödie im wahren Leben um ihn herum:

Die Tragödie findet uns dort, wo die Vernunft endet. Wenn wir diese trostlose Spirale auf der Bühne miterleben, sind wir plötzlich von Licht überflutet - kein wohlwollendes Licht, das unseren Weg leitet oder dabei hilft, dass wir besser sehen, sondern das Licht eines Großbrandes, einer phantasmagorischen Beleuchtung, die sagt: So schlimm, wie du denkst, ist es, kann es sein, und es wird schlimmer. (...) Ich konnte jetzt spüren, was ich zuvor nur theoretisch gewusst hatte: dass Leiden manchmal zu viel ist, dass es keine Grenze für den Schmerz gibt."

Nicht gerade ermutigend dieses Ergebnis einer ersten Griechenland-Forschungsreise und dennoch wagt Teju Cole eine zweite. Diesmal im Frühjahr und mit wesentlich mehr Fragen im Gepäck. Nach deren Beantwortung er zum Beispiel im Athener archäologischen Museum sucht, aber auch in der griechischen Gegenwart. 


Griechische Tragödien und was sie uns über unsere Trauer erzählen

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Kommentare 1
  1. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 5 Monaten

    Danke. Die Gegenwart stellt Teju Cole aus der Sicht von Jahrhunderten dar. Das lernte er unter anderem von John Berger, übrigens der "Held" meiner Dissertation.
    Ergänzung sei noch auf diesen älteren piq hingewiesen:
    https://www.piqd.de/fl...

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