Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Europa

Sven Prange
Journalist
Zum piqer-Profil
piqer: Sven Prange
Mittwoch, 08.04.2020

Was geschah im Sommer 2015?

Wir erleben in diesen Tagen ein ziemlich würdeloses Schauspiel: Während die deutsche Gesellschaft sich unter den Vorzeichen der Corona-Krise nach innen angeblich in Solidarität und Empathie übt, signalisiert sie in ihrer (politisch vertretenen) Mehrheit nach außen das komplette Gegenteil: Egoismus und Abschottung. Das zeigt sich nicht nur im beharrlichen Weigern, südeuropäischen Ländern bei der Bewältigung der (wirtschaftlichen) Corona-Folgen auch nur ansatzweise zu helfen. Das zeigt sich vor allem an der Art und Weise, wie man von mindestens 1.500 unbegleiteten Kindern, die unter schlimmsten Bedingungen in griechischen Flüchtlingslagern darauf warten, dass ihr Asyl-Begehr und mutmaßlich auch -Recht irgendwen im Norden Europas interessiert, gerade einmal "bis zu 50" nach Deutschland holen will und sich dafür auch noch feiern lässt. Dass man es zeitgleich schafft, eine Luftbrücke für 80.000 Osteuropäer, die auf deutschen Feldern billig Spargel stechen und weitere Arbeiten erbringen sollen, innerhalb weniger Tage logistisch zu organisieren, setzt dem nur noch eine zynische Krone auf.

Ein Teil der Gründe für diesen wurstigen Umgang der Politik mit diesem Thema liegt irgendwie im Jahr 2015 begründet. Jenem Jahr, als die Bundespolitik vom Thema Migrationspolitik nahezu überrollt wurde – und offenbar ein nachhaltiges Trauma davontrug. Auch damals schon war es eine Mischung aus Ignoranz, wahltaktischem Kalkül und Zynismus, die das Problem erst groß werden ließ – und keinesfalls Schicksal, Überforderung oder unglückliche Umstände. Diese Erkenntnis jedenfalls liegt nahe, wenn man diesen Film hier geguckt hat. Man muss kein Freund von "Welt"-Vizechef Robin Alexander und seinen Thesen zur Flüchtlingspolitik sein (was ich auch nicht bin), um diesen Film, dessen Grundlage Alexanders gleichnamiges Buch bildet, erhellend finden zu können. Denn tatsächlich zeigt der Film, wie die deutsche Politik schon damals, scheinbar abgelenkt durch andere "Großthemen" das Migrationsthema so lange ignorierte, bis es keine wirklich gute Lösung mehr gab. Dem Film gelingt dabei ganz passabel der Balanceakt zwischen Dokumentation und gespielten Szenen. Sein eigentlicher Wert sind aber die politischen Mechanismen und Zusammenhänge, die er akribisch recherchiert zusammenträgt und offenlegt.

Was geschah im Sommer 2015?

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Kommentare 3
  1. Maximilian Rosch
    Maximilian Rosch · vor 7 Monaten

    Ich werde auch nach einer Viertelstunde nicht ganz warm mit der Art des Formats, inhaltlich finde ich es aber gelungen. Die Söder-Darstellung ist ja ganz schön böse. Ich bleibe jedenfalls dran. Danke für den piq!

  2. Achim Engelberg
    Achim Engelberg · vor 7 Monaten

    Wie Merkel und Tsipras (Szene am Anfang des Films) miteinander gesprochen haben, wie das Ehepaar Merkel in ihrer Wohnung politisch debattieren (Szene am Ende), weiß ich nicht.

    Fiktive Szenen müssen auch nicht wahr sein, aber sie müssen wahrhaftig sein.

    Und hier liegt ein Problem, dass die einzigen internen Gespräche, die bislang bekannt sind - Varoufakis Mitschnitte -, einen ganz anderen Geist offenlegen.

    Hier erklärt Varoufakis:
    https://diem25.org/eur...
    warum er sie publizierte. Unten auf der Seite findet man einen Link zu den Dokumenten.

  3. Michelle Obendorfer
    Michelle Obendorfer · vor 7 Monaten

    Sehr gut, danke! 👍🏻😊

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Europa als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.