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Silke Jäger
Freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinfos

Ich lebe in Marburg und schreibe über Gesundheit, eHealth, Gesundheitspolitik und den Brexit. Für: Krautreporter, Gute Pillen – Schlechte Pillen und RiffReporter. Non-Profit-Projekt: Podcast http://evidenzgeschichten.podigee.io/

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piqer: Silke Jäger
Donnerstag, 22.08.2019

Was hüben gesagt und drüben verstanden wird – Kommunikation in Zeiten von radikalen Brexit-Debatten

30 Tage hätten die Briten noch, um einen Vorschlag zu machen, wie sie den Backstop ersetzen wollten. Dieses "Ultimatum" hat am Mittwoch angeblich Angela Merkel Boris Johnson gestellt, als er für ein Stündchen bei ihr zu Gast war. So schreiben es einige Zeitungen in Deutschland und so berichten es fast alle Medien in UK. Das Ding ist nur: Merkel hat gar kein Ultimatum gestellt.

Das Ganze ist ein Missverständnis, ein Übersetzungsfehler, eine falsche Einordnung. Weil Johnson ihre Worte mit seinem Spin wiederholte. Aus Merkels "in 30 Tagen erreichbar" wurde Johnsons "blistering 30 days timetable". Doch an diesem "Übersetzungsfehler" kann man sehr gut einen Mechanismus verstehen, der mir sehr oft auffällt, wenn ich deutsche und britische Medienberichte parallel lese: Der He-said-She-said-Journalismus der britischen Medien ist keine Information, eher eine Desinformation.

Bei Boulevardmedien wie der Sun oder der Daily Mail wundert einen diese faule Berichterstattung nicht wirklich. Aber wenn selbst der Guardian von einem Ultimatum schreibt, macht einen das stutzig.

Und tatsächlich ist es so, dass nicht nur Übersetzungen aus dem europäischen Ausland oft schiefgehen, auch was britische Politiker sagen, wird häufig verzerrt eingeordnet. So, dass es ins Narrativ passt, das man als Medienhaus gerade bedient.

Und selbst wenn Boris Johnson nicht der beliebteste Premier aller Zeiten ist, so verleiten kritische Worte von ausländischen Regierungschefs in seine Richtung dazu, das von ihm befeuerte Narrativ zu Hause weiter anzuheizen: UK steht alleine besser da. "We have to leave on the 31st of October – do or die." Ein Medienmechanismus, den Johnson kennt wie seine eigene Westentasche.

Seine Strategie scheint aufzugehen: Der Besuch in Deutschland und Frankreich hilft ihm zu Hause, die Debatte weiter zu radikalisieren. Und das wiederum wird ihm helfen, Wahlen zu gewinnen. Die nächste kommt sehr wahrscheinlich schon bald.

Cathrin Kahlweit erklärt in diesem Kommentar die Rolle der Medien.

Was hüben gesagt und drüben verstanden wird – Kommunikation in Zeiten von radikalen Brexit-Debatten
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Kommentare 1
  1. Silke Jäger
    Silke Jäger · Erstellt vor 4 Monaten ·

    Und dann passiert es, dass man beim Lesen des Twitter-Feeds eines Labour-Abgeordneten eine wahrhaftigere Einordnung der Ereignisse bekommt als beim Lesen der "neutralen" Medien. Tja. https://twitter.com/Da...

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