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Zeit und Geschichte

Hauke Friederichs
Journalist
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piqer: Hauke Friederichs
Sonntag, 27.09.2020

Der Schrecken aus der Steppe – wie brutal waren die Reiterkrieger?

Sie verbreiteten in der antiken Welt Furcht und Schrecken. Reiterkriege aus der Steppe bedrohten Hochkulturen der Mittelmeerwelt und das alte China. Dementsprechend abwertend berichteten antike Geschichtsschreiber über die Nomadenvölker Zentralasiens. Sie beschrieben die Steppenkrieger als gewaltbereite Barbaren und blutrünstige Plünderer. 

Archäologische Untersuchungen in der Hochebene der russischen Republik Tuwa zeigen nun, dass zumindest das Leben der Reiterkrieger und ihrer Angehörigen oft brutal war und nicht selten gewaltsam endete. Die Forscher untersuchten 1700 Jahre alte Skelette, die sie in Grabhügeln früher Steppennomaden fanden,
 auf Verletzungsspuren. An den Knochen der Kämpfer stellten sie zahlreiche schwerer Verletzungen fest. Rund ein Viertel der 
Untersuchten starb offenbar im Nahkampf oder wurde enthauptet.

Wie die Forscher feststellten, weisen ungewöhnlich viele der in einem Gräberfeld aus der Antike bestatteten Steppennomaden Spuren von Gewalt auf. Die Forscher stießen auf 130 verschiedene Verletzungen, die den Opfern kurz vor ihrem Tod zugefügt wurden, darunter Hiebe von Schwertern oder Äxten, aber auch Spuren von Messerstichen. 
Bislang ist wenig über die Nomaden bekannt.

"Aus den ersten Jahrhunderten nach Christus, einer Zeit politischer Unruhen in Nordchina und dem Süden Sibiriens, sind nur sehr wenig Daten verfügbar, die uns etwas über das Ausmaß der Gewalt in diesen Gesellschaften verraten könnten“, sagt Marco Milella von der Universität Bern gegenüber dem Geschichtsmagazin Damals. Lange fehlte es an archäologischen Funden, die über die Steppennomaden mehr verraten konnten. Das hat die Entdeckung eines Gräberfelds in Südsibirien geändert.

Die Archäologen stießen dort auf schaurige Details. So deuten Schnittspuren an den Schädeln und durchtrennte Halswirbel darauf hin, dass einige der getöteten Steppennomaden skalpiert und ihre Hälse abgetrennt wurden. 

"Nach Ansicht der Forscher spielten demnach kriegerische Auseinandersetzungen und blutige Kampfpraktiken eine wichtige Rolle in diesen Gemeinschaften", schreibt Nadja Podbregar für Damals. "Die antiken Geschichtsschreiber haben daher wahrscheinlich nur wenig übertrieben, wenn sie diese Reiterkrieger als gewaltbereites Volk darstellen."
Der Schrecken aus der Steppe – wie brutal waren die Reiterkrieger?

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Kommentare 1
  1. Andreas P.
    Andreas P. · vor 26 Tagen

    Es gibt hierzu einen tollen Podcast von dancarlin.com, auf den ich in einem piq aufmerksam wurde. Als die Mongolen 1258 Bagdad erobert haben wurden mindestens 100000 Menschen und alle Hunde und Katzen getötet. Im Handbetrieb mit Tages-Ziel für jeden mongolischen Kämpfer. Ich kann mir sowas gar nicht vorstellen.

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