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Fundstücke

Clara Westhoff
Journalistin

Journalistin im Training. Momentan als Trainee in der Online Redaktion der Architectural Digest. Feminismus und Kunst.

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piqer: Clara Westhoff
Donnerstag, 29.08.2019

Plädoyer: Lieber allein ins Museum

Ähnlich wie Monopol-Redakteurin Mercedes Lauenstein (und vermutlich viele, viele andere Menschen), treffe ich gerne meine Freunde, um mit ihnen etwas zu unternehmen. Wer mich etwas besser kennt, weiß, dass eine Aktivität davon ausgeschlossen ist: Der Museumsbesuch. Warum? Mercedes Lauenstein fasst es in ihrem Plädoyer wunderbar zusammen:

Kunst zu betrachten ist für mich etwas Intimes, ein heiliger, meditativer Akt. Etwas, das unberechenbar viel Zeit und großer Stille bedarf. Schlimm genug, dass man Museen überhaupt mit fremden Menschen teilen muss! Aber Fremde sprechen mich wenigstens nicht an, vor ihnen kann ich unbemerkt in andere Säle fliehen, sie zeitlich abpassen.

Ich möchte mir so viel Zeit nehmen, wie ich möchte, um ein Kunstwerk zu betrachten. Ich möchte einen Raum auslassen, wenn mir danach ist. Und: Ich möchte mich dafür nicht rechtfertigen müssen bzw. ein schlechtes Gewissen bekommen, weil meine Begleitung eventuell ein anderes Tempo oder Redebedarf hat. Seit meinem Schüleraustausch in Mailand, ich war 15 und fand keinen Anschluss an der poshen Schule, gehe ich alleine in Ausstellungen. Zuerst notgedrungener Weise, weil sich niemand fand. Mittlerweile am liebend gerne alleine, höchstens mit meinem Vater, der mir die Welt der Museen überhaupt eröffnete.

Das alles heißt noch lange nicht, dass ich zum Einsiedler werde, wie meine kleine Schwester regelmäßig befürchtet. Für eine Verabredung schlage ich trotzdem kein Museum vor, lasst uns lieber an den See fahren oder etwas kochen. Wie dem auch sei – ich ärgere mich sehr, ein solches Plädoyer nicht schon längst selber verfasst zu haben.

Plädoyer: Lieber allein ins Museum
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Kommentare 5
  1. Frederik Fischer
    Frederik Fischer · Erstellt vor etwa 2 Monaten ·

    Geht mir grundsätzlich nicht anders. Man kann aber auch gemeinsam allein ins Museum gehen. Sprich: Man kommt zusammen, jede/r folgt in der Ausstellung dem eigenen Tempo/Interesse und wenn es passt trifft man sich danach in der Cafeteria wieder.

    1. Clara Westhoff
      Clara Westhoff · Erstellt vor etwa 2 Monaten · Bearbeitet vor etwa 2 Monaten

      Mach ich mit meinem Vater auch so! Manchmal brauche ich aber plötzlich 2h und ein anderes Mal dann nur eine halbe Stunde... Kann man dann nicht gleich alleine gehen?

      Die Autorin sieht das auch relativ drastisch: "Und wer jetzt sagt: "Aber bitte, man kann sich doch unter Freunden auch absprechen, gemeinsam reingehen und sich später am Ausgang wiedertreffen …", dem sage ich: Es hat gar keinen Sinn, freundliche Kompromissregeln für den gemeinsamen Museumsbesuch mit mir aufzustellen. Sie würden doch nur lauten: Bitte haltet euch in den Ausstellungsräumen von mir fern, sprecht mich zu keinem Zeitpunkt an, beobachtet mich nicht. Wartet am Ausgang auf mich, aber wundert euch nicht, wenn ich eineinhalb Stunden später herauskomme als ihr. Oder eineinhalb Stunden früher und deshalb schon weg bin."

    2. Frederik Fischer
      Frederik Fischer · Erstellt vor etwa 2 Monaten ·

      @Clara Westhoff Okay, ich merke: Es gibt offensichtlich Loner-Realos und Loner-Spontis:)

  2. Emran Feroz
    Emran Feroz · Erstellt vor etwa 2 Monaten ·

    Kann ich nachvollziehen und mache ich auch oft. Ich brauche im Museum meine Ruhe und keine unnötigen Diskussionen mit Freunden oder Bekannten. Manch anderer Besucher wundert sich womöglich darüber, aber das ist mir ziemlich wurscht. Und wer sich noch mehr Zeit nimmt, wird feststellen, dass es gar nicht so wenige Menschen sind, die diese Praxis pflegen.

  3. Leopold Ploner
    Leopold Ploner · Erstellt vor etwa einem Monat ·

    Ist bei mir anders, aber für mich ist der Museumsbesuch auch kein „heiliger, meditativer Akt“, sondern ein lustvolles Erlebnis, das ich gerne zusammen mit Freunden genieße.

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