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Christian Huberts
mächtiger™ Kulturwissenschaftler und Kulturjournalist

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piqer: Christian Huberts
Dienstag, 02.07.2019

»Not a Nazi, but a German soldier!« – Der Mythos der sauberen Wehrmacht im Computerspiel

Vor etwa einem Monat sorgte der Weltkriegs-Shooter Battlefield V für einen kleinen Skandal, weil einer neuen Spielfigur – ein grausamer General der Wehrmacht – ausgerechnet der Name des Widerstandskämpfers Wilhelm Franke verpasst wurde. Eine ärgerliche Unachtsamkeit des großen Publishers Electronic Arts. Jedoch leider alles andere als ein Einzelfall, wie Rob Zacny für Vice offenlegt.

[Medal of Honor and Call of Duty] had a politics, but not a politics that was interested in the Nazis or what the Third Reich stood for. In multiplayer, the Germans and Allies were largely two different teams fighting over objectives, but there was little interest in the Wehrmacht soldier except as an avatar wearing field gray and using a particular assortment of weapons.

Games sind – gerade im Mehrspieler-Modus – große Gleichmacher. Es soll schließlich fair und ausgeglichen zugehen. Eine Game-Design-Philosophie, die jedoch immer dann an Grenzen stößt, wenn sie historische und politische Kontexte ausblendet. In Weltkriegs-Shootern ist die Wehrmacht eine Partei unter vielen, vermeintlich ohne Verbindung zur nationalsozialistischen Ideologie.

If you have made a Wehrmacht character that typifies badass skill and a cool, heroic aesthetic, then you have also created a character that would fit neatly into Nazi propaganda.

Das ist besonders brisant, weil Computerspiele eine stetig größere Rolle in der Vermittlung von Geschichte einnehmen. Populäre Distributionsplattformen wie Steam sind längst Ort für die Verbreitung und Vernetzung rechten Gedankenguts geworden. Höchste Zeit also, die unpolitische Darstellung der Wehrmacht noch kritischer zu hinterfragen.

[T]hat narrow framing of the history, that exclusion of all the crimes and murders that surrounded the actual fighting on the front lines, serves things beyond the purity of game design. It burnishes and reinforces myths, it divorces warfare from politics, it elevates the soldier—no matter what they serve or advance—as a kind of secular hero.
»Not a Nazi, but a German soldier!« – Der Mythos der sauberen Wehrmacht im Computerspiel
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