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Reportagen und Interviews

UkrainerInnen in Russland zwischen Baum und Borke. Ein Drama

Charly Kowalczyk
journalist

Ich bin in Singen am Hohentwiel geboren und lebe in Potsdam. Schreibe Radiofeature für den Deutschlandfunk und für die Sender der ARD. Bin Mitgründer des Bremer Hörkinos. Seit nun fast 19 Jahren stellen wir in Bremen ein Radiofeature der Öffentlichkeit vor.
www.bremer-hoerkino.de

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Charly KowalczykFreitag, 11.03.2022

Ich kann mich nicht dieser Verantwortung entziehen, ich bin schließlich Bürgerin Russlands. Das alles geschieht in unserem Namen. Wir haben uns schuldig gemacht, denn wir haben es nicht verhindert. Jeder von uns trägt dafür die Verantwortung.

Swetlana Gannuschkina verurteilt Putins Krieg gegen die Ukraine. Seit dem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach 1988 hilft die promovierte Mathematikerin mit den beiden Memorial Unterorganisationen "Bürgerunterstützung" und "Migration und Recht" Kriegsflüchtlingen. Denn um sie kümmerte sich weder die zerfallene Sowjetunion noch die spätere russische Föderation. Die Deutschlandfunk-Journalistin Sabine Adler hat die 80-jährige Swetlana Gannuschkina, Leiterin von Memorial, getroffen. Eine mutige Frau! Sie demonstriert gegen den Krieg und nimmt die Aggressionen der Polizei und die Möglichkeit, verhaftet zu werden, in Kauf. Im Interview von Sabine Adler mit der Menschenrechtlerin erfährt man in nur wenigen Minuten sehr viel. Vor allem, wie schwierig es für die 2,5 Millionen Ukrainer/innen ist, die in Russland leben. Sie suchen verzweifelt die Unterorganisationen der Menschenrechtsorganisation Memorial auf:

An uns wenden sich viele Ukrainer, die in Russland arbeiten. Einerseits können sie nicht ausreisen, andererseits haben sie hier Angst. Viele werden entlassen. Die ukrainische Botschaft in Moskau hat ihren Dienst eingestellt, ihre ukrainischen Landsleute wissen nicht wohin. Der Krieg belastet die vorher oft engen Bindungen zwischen den Familien, Freunden und Kollegen so sehr, dass sich die Betroffenen plötzlich wie Fremde, sogar wie Feinde in Russland vorkommen. Und auch sie trauen nicht mehr den russischen Brüdern und Schwestern wie vorher über den Weg.

Swetlana Gannuschkina erzählt der Journalistin, wie sich schon seit der Annexion der Krim 2014 und der Besetzung eines Teils des Donbass das Leben für die Ukrainer/innen in Russland geändert hat. Seit dem 24. Februar spitzt sich das noch weiter zu. Die Ukrainer/innen in Russland sitzen irgendwie in der Falle. Nirgendwo willkommen. Nirgendwo erwünscht. Nirgendwo zu Hause. Ein Drama.

"Einer unserer Mitarbeiter ist Ukrainer, arbeitet aber schon lange in Russland. Vor einem Jahr hat er geheiratet und ging mit seiner Frau nach der Hochzeit in seine Heimatstadt Lemberg. Aber da wollte man ihn nicht haben, da galt er als Russe. Hier ist er Ukrainer. Dazu kommt, dass er zu Hause gleich in die Armee eingezogen würde. Und dabei betrachtet man ihn doch als Russen. So zwischen Baum und Borke, überall am falschen Platz dürften sich viele Ukrainerinnen und Ukrainer in Russland fühlen. "

UkrainerInnen in Russland zwischen Baum und Borke. Ein Drama

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