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Medien und Gesellschaft

Gamifizierte Gegenwartsbewältigung im 14-Tage-Takt

Benjamin Freund
News Editor / Redakteur bei LinkedIn News

Studierter Medienwissenschaftler & Kulturjournalist. Fest für LinkedIn News, frei für dpa, Tagesspiegel, Monopol, shelfd & Galore. Vorher unter anderem bei ze.tt, DLF Nova, Deutsche Welle, Berliner Zeitung & Musikexpress.

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Benjamin FreundFreitag, 09.07.2021
Sicher könnte hier ein üblicher Sammelpiq von mir zum Thema XY stehen. Doch manchmal stößt man auf diese Formate, bei denen es sich lohnt, den Blick auf das gesamte Inventar zu werfen. Die Sogenannte Gegenwart ist ein solches Format. Nachfolgend eine paar Worte zu einer Podcast-Perle aus dem ZEIT-Feuilleton, die ich euch nicht länger vorenthalten will.

Was verraten Netflix-Kochshows über unsere Gesellschaft? Ist "woke" das neue "narzisstisch"? Seit wann ist die Schlaghose wieder zurück? Was hat es neuerdings mit NFT-Kunst auf sich? Und warum trinken jetzt eigentlich alle Ingwershots?

"Wir schreiben das Jahr 2020 und das ist die sogenannte Gegenwaaaart" – es sind die kargen, fast schon seelenlosen Worte, ausgelesen von Siri, der intelligenten Steuerungssoftware von Techmonster Apple, die am Anfang jeder Podcast-Folge ertönen. "Metakommunikation" nennt das Ijoma Mangold in Folge Eins. Tatsächlich – auf einer Metaebene gibt das Intro den Stoff vor, mit dem sich die Hosts nun mitten in einer kräftezehrenden Pandemie befassen wollen: Gegenwartsphänomene.

Gestatten – die auditive Bühne betreten bereits im Hochsommer 2020 Nina Pauer, Feuilleton-Redakteurin und Autorin, Lars Weisbrod, Feuilleton-Redakteur und Twitter-Endgegner und eben Ijoma Mangold, Feuilleton-Redakteur und wandelnde Literatur-Enzyklopädie.

In die sogenannte Gegenwart sprechen pro Folge jeweils zwei aus dem Trio über Alltagsbeobachtungen, Events und Merkwürdigkeiten unseres digitalen und analogen Kosmos. Das alles beginnt in jeder Folge mit dem sogenannten Gegenwartscheck: Ein spielerischer Schlagabtausch mit dem Ziel, den Gesprächspartner von einem Gegenwartsphänomen zu überzeugen. Segnet der eine die Gegenwartsbeobachtung des anderen als eine solche ab, gibt es einen Punkt. Schön ist hier, wie Zuhörer*innen aufmerksam auf das gemacht werden, was sich in seiner tieferen Bedeutung ihrem Blick meist entzieht – vor allem während Corona: Extremes Lachen auf Fotos, die Patina von Memes oder der Hintergrund von Spotify Only You.

Im Cast klingt das dann so: 

Lars Weisbrod: "Mir kam es tatsächlich deswegen gegenwärtig vor, weil diese Singularität zu schnell als Fake durchschaubar war. So besonders ist es glaube ich nicht, Jimmy Eat World zu hören und danach irgendwelche Deutsch-Rap-Tracks."

Nina Pauer: "Du fühlst dich also jetzt wie eine Durchschnitts-Ikea-Seele?"

LW: "Genau. Und Spotify will mir aber einreden, dass es etwas Besonderes ist."

Geplaudert und nachgedacht wird dann anschließend über die Dinge, die aktuell niemanden kalt lassen, die schon mitten im populären Diskurs herumwabern, über die aber eben doch noch nicht alles gesagt ist. Mal wird eben Christian Krachts Eurotrash zerlegt, mal geht es um eine 'Twitter-Lingo' oder die Doku über die Olympia-Stadion-Aktion der Einhorn-Gründer. Erfrischend lehrreich ist das.

LW:

Weißt du, was mein nachhaltiges Gefühl der Doku ist? Ich will auch was gründen. Am Ende springt durch alle Dummheiten und schlechten Bedingungen und Kritik und ihre Unzulänglichkeit der Funke dieser –beiden vor allem von Philip, vielleicht wegen des Babys in seiner Trage, zu mir über und ich denke mir, 'du müsstest auch deine eigene Sache gründen'. 

Wenn man so will, dann hält die Sendung, die vor allem durch Lars Weisbrod gespickt mit ironischen Pointen ist, auch ein kleines Trauertal bereit. So muss man doch mit zwei Wochen verhältnismäßig lange auf eine neue Folge warten. Ja, genügend Zeit, um das Gesprochene mal sacken zu lassen. Aber klar, die Wartezeit mögen alle, deren Hörgewohnheiten mit Festundflauschig, Gemischtes Hack und Co. rationiert sind, als eine halbe Ewigkeit empfinden. Aber das ist auch gut so. Denn: Der ZEIT gelingt mit dem Podcast eine gamifizierte Gegenwartsbewältigung im 14-Tage-Takt, eine Triebfeder, die uns mit Charme und Intellekt durch all die beiläufigen Phänomene aus Netz- und Echtwelt bugsiert und das braucht eben seine Zeit.

Lifehack: Nicht bei den neuesten Folgen, sondern jetzt bei Folge 1 einsteigen und sich die Gegenwartsbeobachtungen quasi rückblickend mit dem Wissen aus der damaligen Zukunft bzw. der aktuellen Gegenwart reinhören. 

😉
Gamifizierte Gegenwartsbewältigung im 14-Tage-Takt

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