Kanäle
Jetzt personalisiertes
Audiomagazin abonnieren
Log-in registrieren
piqd verwendet Cookies und andere Analysewerkzeuge um den Dienst bereitzustellen und um dein Website-Erlebnis zu verbessern.

handverlesenswert

Kluge Köpfe filtern für dich relevante Beiträge aus dem Netz.
Entdecke handverlesene Artikel, Videos und Audios zu deinen Themen.

Du befindest dich im Kanal:

Technologie und Gesellschaft

So kriegt man CO2 wieder aus der Atmosphäre

1E9 Magazin
Denkfabrik für die Zukunft: Magazin, Community und Events rund um neue Technologien.
Zum piqer-Profil
1E9 MagazinSonntag, 27.12.2020

Will die Menschheit den Klimawandel in den Griff kriegen, muss sie den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid so schnell wie möglich reduzieren. Doch das allein wird vermutlich nicht mehr reichen. In der Wissenschaft hat sich inzwischen die Erkenntnis weitgehend durchgesetzt, dass es zusätzlich Maßnahmen brauchen wird, um aktiv CO2 aus der Luft zu entnehmen

Allein schon deshalb, weil es Industrien wie der Bau- oder Luftfahrtbranche oder manchen Staaten, die stark auf Viehzucht oder Kohlekraft setzen, vermutlich nicht gelingen wird, bis 2050 ihren Ausstoß von Treibhausgasen auf null herunterzufahren. Auch die Klimaforscherin Daniela Jacob vom Climate Service Center Germany meint, wir müssen uns darauf vorbereiten.

„In irgendeiner Form ist inzwischen jeder vom Klimawandel betroffen“, sagt die Professorin Daniela Jacob. In allen Weltregionen seien seine Folgen zu spüren: Hitzewellen und Dürren, Starkregen und Überflutungen. Je mehr die Temperatur steige, umso größer der Schaden. Die Versprechen vieler Länder, ihre Treibhausgasemissionen zu verringern, seien daher ein gutes Signal. „Aber die globale Erwärmung ist bereits so weit fortgeschritten, dass wir nicht mehr von Versprechen leben können.“

Bäume, CO2-Produkte und CO2-Sauger

Die Frage ist: Wie kriegt man das CO2 wieder raus aus der Atmosphäre? Dafür gibt es verschiedene Technologien. Der einfachste und bewährteste Ansatz stammt von der Natur selbst: Pflanzen anpflanzen. Bestenfalls gleich Bäume oder ganze Wälder. Die größten und schnellsten Erfolge dürften dabei durch die Wiederaufforstung erst kürzlich gerodeter Flächen erzielt werden, etwa im Amazonas-Urwald. 

Allerdings werden Bäume allein wohl nicht ausreichen – unter anderem, weil die Flächen dafür mit der Landwirtschaft konkurrieren und weil es schlicht zu lange dauern könnte, das Problem nur dadurch zu lösen. Unsicherheit besteht auch, weil es unklar ist, ob riesige neue Waldflächen nicht sogar zur globalen Erwärmung beitragen könnten, weil sie die Oberfläche des Planeten verdunkeln. Dadurch wird mehr Sonnenlicht aufgenommen.

Doch es gibt andere Möglichkeiten, die ebenfalls zum Einsatz kommen könnten. Aus Pflanzenresten, in denen CO2 gespeichert ist, lässt sich Pflanzenkohle gewinnen – und die kann nicht nur in der Landwirtschaft eingesetzt, sondern auch in langlebige Produkte verwandelt werden. Das Berliner Start-up Made of Air, zum Beispiel, stellt daraus ein Thermoplastik her, das für Möbel, Fassadenverkleidung oder auch simple Dinge wie Sonnenbrillen verwendet werden kann.

„Wir haben uns angesichts der Klimakrise vorgenommen, alle möglichen Produkte, die hergestellt werden, in CO2-Speicher zu verwandeln“, sagt Allison Dring, die Mitgründerin und Geschäftsführerin der Firma. Für sie ist das überschüssige Kohlendioxid in der Atmosphäre ein Rohstoff, der genutzt werden sollte. 

Auch die unmittelbare Entnahme von CO2 aus der Luft, per Direct Air Capture, ist bereits möglich. Führend dabei ist das Schweizer Unternehmen Climeworks. 

14 DAC-Anlagen hat die Firma nach eigenen Angaben schon in Betrieb. Mit großen Ventilatoren wird dort Luft eingesaugt. Das darin enthaltene CO2 bleibt an speziellen Filtern hängen. Ist ein Filter voll, wird das Kohlendioxid durch Erhitzen herausgelöst und kann in seiner Reinform entweder unterirdisch gespeichert werden oder, wie schon bei Made of Air, weiterverarbeitet werden.

Die Speicherung von CO2 im Untergrund, die etwa in Norwegen schon im großen Maßstab stattfindet, ist allerdings in Deutschland auch aufgrund von Sicherheitsbedenken umstritten. Dazu kommt, das DAC nur dort Sinn ergibt, wo es überschüssigen grünen Strom und genug Wasser gibt. Denn beides benötigt die Technologie. Dennoch starten immer mehr Pilotprojekte und auch größere Anlagen, um CO2 direkt aus der Luft zu saugen.

Unabhängig davon warnen Wissenschaftler davor, Technologien zur CO2-Entnahme als Alternative zur drastischen Reduzierung des CO2-Ausstoßes zu sehen. Sie seien nur eine notwendige Ergänzung. Denn die globale Erwärmung ist schon zu weit fortgeschritten.

So kriegt man CO2 wieder aus der Atmosphäre

Möchtest du kommentieren? Dann werde jetzt Mitglied!

Bleib immer informiert! Hier gibt's den Kanal Technologie und Gesellschaft als Newsletter.

Abonnieren

Deine Hörempfehlungen
direkt aufs Handy!

Einfach die Hörempfehlungen unserer KuratorInnen als Feed in deinem Podcatcher abonnieren. Fertig ist das Ohrenglück!

Öffne deinen Podcast Feed in AntennaPod:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Downcast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Instacast:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Apple Podcasts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Podgrasp:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Bitte kopiere die URL und füge sie in deine
Podcast- oder RSS-APP ein.

Wenn du fertig bist,
kannst du das Fenster schließen.

Link wurde in die Zwischenablage kopiert.

Öffne deinen Podcast Feed in gpodder.net:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.

Öffne deinen Podcast Feed in Pocket Casts:

Wenn alles geklappt hat,
kannst du das Fenster schließen.