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Technologie und Gesellschaft

Shopify, das zweite Amazon

Jannis Brühl
Redakteur
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Jannis BrühlMittwoch, 12.01.2022

Ein toll geschriebenes Porträt von Ober-Tech-Reporter Brad Stone über ein Unternehmen, das trotz seiner interessanten Geschichte und seiner Allgegenwart im Hintergrund kaum jemand kennt: Shopify, Anbieter von Software-Werkzeugen für Online-Händler – die verkaufen nicht auf einer eigenen Shopify-Plattform, sondern ganz altmodisch über eigene Online-Shops. Das ist der große Unterschied zu Amazon – und die Marktlücke, die Jeff Bezos offengelassen hat.

Ausgenutzt hat diese Lücke der nerdige Deutsche Tobias Lütke. Der 41-jährige Shopify-Gründer und -Chef neigt zu eigenwilligem Philosophieren und ist mittlerweile der zweitreichste Mensch Kanadas. Denn Shopify sitzt – eigentlich – im eiskalten Ottawa. In der Pandemie hat Lütke, der öfter halsbrecherische Ideen hat und sie dann auch umsetzt, kurzerhand das Büro abgeschafft. Jetzt läuft alles remote. Sein Unternehmen profitiert in der Pandemie auch davon, dass viele physische Geschäfte wegen der Einschränkungen plötzlich online verkaufen mussten.

Stone beschreibt ein Geschäftsmodell, das es im Amazon-Plattformzeitalter eigentlich nicht geben sollte, mit einer eigentümlichen Unternehmenskultur, die Lütke vor dem Zeitgeist abzuschirmen versucht – was ihm nur mäßig gelingt.

Shopify ist für Amazon ein Problem, weil es den Händlern digitale Werkzeuge in die Hand gibt, statt sie – wie Amazon – den Kunden und der Plattform vollkommen auszuliefern:

If Amazon’s devotion to customers and an infinite selection earned it the nickname “the everything store,” Shopify, as its new dateline suggests, wants to be the everywhere store.

Nahezu unglaublich klingt da die Geschichte, dass Amazon seinen Webseite-Service für Händler verkaufte – an Shopify:

In late 2015, in one of Bezos’ periodic purges of underachieving businesses, he agreed to close Webstore. Then, in a rare strategic mistake that’s likely to go down in the annals of corporate blunders, Amazon sent its customers to Shopify and proclaimed publicly that the Canadian company was its preferred partner for the Webstore diaspora. In exchange, Shopify agreed to offer Amazon Pay to its merchants and let them easily list their products on Amazon’s marketplace. Shopify also paid Amazon $1 million.

Lütkes Erfolg ist unumstritten, doch was kommt danach? In jedem Fall sollte man diese Shopify-Story gelesen haben, um in Sachen E-Commerce durchzublicken. 

Shopify, das zweite Amazon

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Kommentare 1
  1. Gui Mertes
    Gui Mertes · vor 7 Monaten · bearbeitet vor 7 Monaten

    Die herausgearbeiteten Passagen sind echte Augenöffner. Danke!
    Dass Amazon so proaktiv einem Mitbewerber auch noch dabei geholfen hat, eine links liegen gelassen Geschäftslücke auszufüllen, war entweder der eigenen Gigantomanie geschuldet, oder das was mal in der Managementforschung "Coopetition" genannt wurde (die Synthese von Konkurrenz und Kooperation).

    Nicht ganz ausgeschlossen, dass Selfmade-Gründer Bezos etwas abseits von seinem eigenen Konzern liegenden Geschäftsmodellen Luft zum Atmen gönnt?
    Vermutlich trifft aber ersteres zu: Wer mit Marsbesiedelungsplänen beschäftigt ist, dem sind kleine Onlinehändler, die es vorziehen in ihrem eigenen Saft (halb-)autonom dahinzuschmoren wohl eher so egal, wie Ameisen aus der Perspektive einer BlueOrigin-Rakete. Who knows?

    Aber Spaß beiseite: Statt ins Weltall zu streben, sollte ein globaler Handelskonzern mit diesem Namen, statt den #Petrokonsumismus gnadenlos bis zur Ökokalypse zu pushen, alles mit dafür tun, dass die Grenzen des Wirtschaftswachstums respektiert werden.

    Ein Anfang wäre, Namenschutzrechte an einen brasilianischen Regenwald in Höhe von mind. 10% des Jahresumsatzes freiwillig abzutreten und konzernweit gültige ökologische Höchststandards einzuführen.

    Corona gleicht "Goldrausch" für Milliardäre
    https://p.dw.com/p/45c4V

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