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Technologie und Gesellschaft

Sonja Peteranderl
Reporter

Senior Editor @Wired_Germany. Co-Founder @BuzzingCities Lab. Berichtet auch für andere Medien wie Spiegel Online über internationale Politik, Tech, Cyber & Crime, OC, oft aus Lateinamerika/Mexiko.

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piqer: Sonja Peteranderl
Freitag, 29.04.2016

Die digitale Müllabfuhr

Fotos und Videos von Vergewaltigungen, Enthauptungen, Pädophilie: Bis zu zehn Stunden pro Tag sichten „Content-Moderatoren“ auf den Philippinen problematische Inhalte – um soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Tinder und andere Plattformen für den Rest der User sauber zu halten. Wired hatte die Arbeitsbedingungen der digitalen Müllabfuhr bereits 2014 in einer Reportage beschrieben, jetzt hat der Berliner Theaterregisseur Moritz Riesewieck erneut versucht Mitarbeiter und Firmen zu interviewen – sein Projekt will den Arbeitsalltag der unsichtbaren Filterer etwas sichtbarer machen.

„Früher wurde Elektronikschrott und Giftmüll aus dem Westen auf die Philippinen verschifft, heute ist es der digitale Abschaum, der dort entsorgt wird“, sagt Riesewieck in einem taz-Interview. „Das Land ist gerade dabei, zu einem globalen Zentrum für solche Dienste zu werden.“ Digitales Recycling ist für die Philippinen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: zwischen einer halben und einer Million Menschen arbeiten als Content Moderatoren. Mit den traumatischen Erlebnissen, die das Sichten der menschlichen Abgründe hervorruft, werden die Mitarbeiter aber alleine gelassen. „You feel dirty und it is depressing“, beschreibt ein Content-Moderator seinen Job.

Die digitale Müllabfuhr
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